Forstamt Neu Pudagla
Das Forstamt Neu Pudagla
Die Waldentwicklung Usedoms ist eng mit der geschichtlichen Entwicklung der Inselbevölkerung verbunden. Die Anfänge einer von den Mönchen des Klosters Pudagla durchgeführten Waldwirtschaft lassen sich bis zu Beginn des 14. Jahrhunderts zurückverfolgen. Im Zuge der Reformation fielen 1554 die klösterlichen Besitzungen an die Wolgaster Linie des vorpommerschen Herzoghauses, dass um diese Zeit jagdliches und forstliches Personal einstellte. Die bisher fast 450 Jahre währende Forst- und Jagdverwaltung, verhinderte durch eine geregelte nachhaltige Forstwirtschaft Holznöte, wie sie im 17. und 18. Jahrhundert in anderen Gegenden Deutschlands weit verbreitet waren. Größere Waldrodungen sind erst aus dem 19. Jahrhundert bekannt. Trotzdem zählt die Insel Usedom mit einem Waldanteil von 25% noch immer zu den waldreicheren Gebieten in M-V. Die vorherrschenden Baumarten sind Kiefer (60%), Buche (12%) und Erle (7%). In der ansonsten wirtschaftlich schwachen Regionen kommt der touristischen Komponente des Waldes (ca. 1,0 Mio. Urlauber/Jahr) eine erheblich Bedeutung zu. So ist auch die Geschichte des Forstamts Neu Pudagla stark mit der Entwicklung des Fremdenverkehrs verbunden. Den touristischen Grundstein legte 1824 Forstmeister Georg v. Bülow, der mit dem Bau des Weißen Schlosses im Wald des heutigen Seebades Heringsdorf der Inselbevölkerung eine völlig neue Erwerbsmöglichkeit erschloss und damit dem Leben auf Usedom eine andere Richtung gab. 1851 genehmigte Forstmeister Schulz, der erste Leiter des Forstamtes in Neu Pudagla, den Zugang zu den Stränden durch die königlichen Forsten, womit ein ungeahnter Aufschwung des Badebetriebes an der gesamten Küstenlinie der Insel begann. 1852 wurde durch das Forstamt ein Knüppeldamm durch das Gänsemoor von Ückeritz nach Bansin gebaut. Heute befindet sich auf dieser Trasse im wesentlichen die B111. Selbst bei der Errichtung von Orten, wie Karlshagen, Ahlbeck oder Kölpinsee war das Forstamt durch gezielte Waldverkäufe beteiligt. Die Namensgebung des Seebades Trassenheide ist sogar auf den ehemaligen Förster Trassen zurückzuführen. Wie schon 1889, 1911 und 1999, als das Forstamt Treffpunkt des Pommerschen, bzw. Deutschen Forstvereins war, ist das Forstamt auch heute noch ein beliebter Anlaufpunkt für Fachleute aus dem In- und Ausland.
So wurden hier in den zurückliegenden Jahren nicht nur Förster und Interessierte aus allen Teilen der Bundesrepublik, sondern auch aus Polen, Schweden, Finnland, Norwegen, Estland, Österreich, Ungarn, den USA, der Schweiz und der Dominikanischen Republik begrüßt. Besondere Anziehungspunkte sind das historische Forstgebäude mit seiner Umgebung, der Usedomer Gesteinsgarten, das Waldkabinett und ein Waldlehrpfad.
Neben diesen umfangreichen touristischen Attraktionen gibt es auch eine ganze Reihe weiterer Angebote des Forstamts, die das Forstamt für die Inselbewohner und ihre Gäste bereit hält.
Das Forstamt befindet sich im Seebad Ückeritz, Ortsteil Neu Pudagla, unweit der B111. Tel: 038375/2911-0 oder 038375/20460
Fax: 038375/2911-37 oder 038375/21355
Email: foa-neupudagla@lfg.mvnet.de.
updated: 02.05.2007