1978 ? So fing alles an

Es war nur eine Schnapsidee, aber wie das so ist, Provisorien halten am längsten. Während einer feierlichen Runde der Jagdgesellschaft Bansin auf unserem schönen Eiland quoosten einige Weidgenossen zum wiederholtem Male, dass doch so ein Jagdvergnügen nur ?ne halbe Sache sei, wenn nicht selbstgemachte Jagdmusik oder wenigstens ein paar Signale und Ehrbezeugungen gegenüber unserem Wild erklingen.

Gesagt getan, man traf sich zu einigen ersten Versuchen.

Man ? das waren Ferdinand Kopmann (mehr oder weniger der Initialzünder, der letztlich die Sache in die Hand nahm), Dieter Grunwald, Jörg Laß, Ingrid Heuer, Rüdemann Wolfgang Boese (der leider 1992 verstarb) und Willi Wandt. Letzterer war als einziger musikalisch vorbelastet, kannte vom Treckfiedelspielen die Noten und erhielt die schwierige Aufgabe, den hoch motivierten Laienkünstlern zu erklären, wie wir blasende Jäger werden sowie dem verstaubten Fürst-Pless-Horn, das schon lange in irgendeiner Zimmerecke sein Dasein fristete, fünf, vielleicht sogar sechs oder gar sieben brauchbare Naturtöne entlocken und diese auch noch zu einem Signal zusammensetzen können.

So trafen wir uns wöchentlich einmal, stellten unser erstes Repertoire zusammen, und die Jagdgesellschaft Bansin traute uns sogar Ventilhörner zu. Bald konnten wir zu Geburtstagen, Dorffesten, Hubertusjagden von Reitvereinen und Jubiläen aufspielen, und der erste öffentliche Auftritt am 24.08.1981 zu den Kultur- und Sportfesttagen in Usedom gab weiteren Antrieb. Herausragende Ereignisse waren auch 20minütige Geburtstagsständchen für Erwin Bürger, 1. Sekretär des Rat des Kreises Wolgast, 1983 oder Horst Schüler, Leiter der Abteilung Landwirtschaft, 1989.

Unsere Gruppe wurde größer, es stießen Frank Daher, der eine musikalische Ausbildung hatte und auch sprachlich sehr begab ist, und Jan-Erik Reblin, nicht ganz unbeleckt im Jagdhornblasen, dazu. Willi Wandt verließ die Gruppe zwar (1992 lösten sich die Jagdgesellschaften als Interessenvertretung der Jägerschaft auf und organisierten sich in den Hegeringen neu), leitet aber bis heute eine Bläsergruppe in Benz. Seiner Beharrlichkeit ist es zu verdanken, dass die ersten Schritte nicht die letzten blieben. Jeder weiß, wie schwer es ist, am Ball zu bleiben, obwohl das Jagdhorn zuerst nur grunzt und quiekt. Ihm an dieser Stelle einen besonderen Dank.

updated: 04.12.2006