Kriegsgräberstätte Golm auf Usedom
By: Admin 2007.05.07
Jedes Jahr am 12. März treffen sich Kriegsveteranen, Angehörige und Menschen die sich der
Geschichte verpflichtet fühlen zum Gedenken der Opfer des Angriffes auf Swinemünde.
Der Golm, höchste Erhebung (63m) auf der Insel Usedom enstand bei der letzten Eiszeit.
Er galt den Swinemündern als beliebtes Ausflugsziel mit Cafe und wirklich schönem
Panorama auf die Stadt.12. März 45. 27 Tage vor der Kapitulation Hitlerdeutschlands wurde Swinemünde von alleierten
Verbänden angegriffen. Die Stadt war voll mit Flüchtlingen die vor der Ostfront flohen.
Zwischen 12.06 und 12.58 wurden 1608 Tonnen Bomben auf die Stadt abgeworfen. Schicksale
wie Hamburg und Dresden wiederholten sich hier. Die Opfer, ca. 23.000, wurden auf dem Golm
beerdigt. Als Ausflugsziel hatte der Berg schon vorher ausgedient, da gefallene Soldaten schon
früher hier beigesetzt wurden.Das Denkmal entstammt der Hand des
Bildhauers Rudolf Leptin aus Bansin. 1952
erhielt er den Auftrag dafür, verließ die DDR aber 1953. Die Kirche erhielt im
gleichen Jahr eine Genehmigung zum aufstellen eines Holzkreuzes. Unbekannte hatten
dieses jedoch umgehend zerstört. So blieb der Golm bis Ende der sechziger Jahre
ohne Denkmal.
Der Bildhauer Wolfgang Eckhardt aus Rostock erhielt den Auftrag für den Bau eines Mahnmals
gegen Krieg und Faschismus. Er ließ die bisher voneinander getrennten 4 Friedhöfe durch große
Rasenflächen zusammenlegen und errichtete an zentraler Stelle, wo einst das
Holzkreuz stehen sollte, einen zweigeteilten Ringbau aus Beton. Die Innschriften "
23.000 Tote des zweiten Weltkrieges Mahnen" und die Zeile aus der Nationalhymne
der DDR von J. R. Becher "das nie eine Mutter mehr Ihren Sohn beweint".
Dieses Mahnmal gegen den Krieg wurde aus verschiedenen teilweise unbekannten Gründen nicht
fertiggestellt. 1984 besannen sich Menschen der Figur "frierende Flüchtlingsfrau im Soldatenmantel"
von Leptin und stellten sie illegal auf der Gedankstätte auf.