Forstamt Neu Pudagla
By: Admin 2007.05.02
Einführung in das Forstamt
Geschichte der Usedomer Forstwirtschaft
Der Amtsbereich des Forstamt Neu Pudagla ist identisch mit dem deutschen Teil der Insel Usedom, mit ihren 11.000 ha abwechslungsreichen und romantischen Wäldern. Die Grenzen des Forstamtes sind so markant, dass sie keiner detailierten Beschreibung bedürfen, im Norden die Ostsee, im Süden das Stettiner Haff, im Westen der Peneestrom und das Achterwasser und im Osten die Grenze zu Polen. Das Forstamt betreut den Waldbesitz aller Eigentumsformen.
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Landeswald: 36%
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Privatwald: 3650ha 33%
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Bundeswald: 2100ha 19%
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Kommunal und Körperschaftswald: 1150ha 11%
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Kirchenwald 100ha 1%
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Gesamtwald 11.000ha
Der Sitz des Forstamtes befindet sich in Neu Pudagla, einem Orsteil der Gemeinde Seebad Ückeritz nahe der B111.
Anschrift:
Forstamt Neu Pudagla
17459 Seebad Ückeritz
Telefon: 038375/ 20460
Menschen wohnen seit e
twa 5000 Jahren auf der Insel Usedom. Zeugnis dieser Besiedlung sind germanische Siedlungsanlagen bei Zempin und Ahlbeck. Nach Abwanderung der Germanen bevölkerten slawische Stämme die Region. Burgwälle bei Usedom, Mellenthin und Neppermin weisen noch heute darauf hin. Hortsilberfunde zeugen von einer hohen Blüte des Handwerks und Handels dieser Epoche. Mit der Christianisierung der Wendenfürsten im Jahre 1128 siedelten sich deutsche Einwanderer aus Niedersachsen u.a. bei Ahlbeck und Peenemünde an. 1155 gründeten Magdeburger Mönche ein Prämonstratenserkloster bei Usedom. 1309 siedelte dieses Kloster nach Pudagla um. Aus dieser Zeit stammen auch die Anfänge einer von Mönchen betriebenen Waldwirtschaft auf Usedom. Im Zuge der Reformation wurde das Klostereigentum in Domänen oder adlige Vorwerke aufgeteilt. Das Kloster zu Pudagla selbst wurde herzogliches Amtsgebäude. Über die Siedlungsarmen Küstenwälder behielten sich die pommerschen Herzöge weitehin die Verfügungsgewalt vor, zu deren Beaufsichtigung sie Personal für Forst- und Jagdschutz in Pudagla einsetzten. Während des 30jährigen Krieges hielten die schwedischen Amtmänner in Pudagla Einzug. Ihre Amtszeit dauerte bis 1720, dem Jahr des Kaufes von Usedom durch Preußen. Noch im selben Jahr wird Pudagla Sitz des Forstamtes.
Das Forstamt Neu Pudagla
Die Waldentwicklung Usedoms ist eng mit der geschichtlichen Entwicklung der Inselbevölkerung verbunden. Die Anfänge einer von den Mönchen des Klosters Pudagla durchgeführten Waldwirtschaft lassen sich bis zu Beginn des 14. Jahrhunderts zurückverfolgen. Im Zuge der Reformation fielen 1554 die klösterlichen Besitzungen an die Wolgaster Linie des vorpommerschen Herzoghauses, dass um diese Zeit jagdliches und forstliches Personal einstellte. Die bisher fast 450 Jahre währende Forst- und Jagdverwaltung, verhinderte durch eine geregelte nachhaltige Forstwirtschaft Holznöte, wie sie im 17. und 18. Jahrhundert in anderen Gegenden Deutschlands weit verbreitet waren. Größere Waldrodungen sind erst aus dem 19. Jahrhundert bekannt. Trotzdem zählt die Insel Usedom mit einem Waldanteil von 25% noch immer zu den waldreicheren Gebieten
in M-V. Die vorherrschenden Baumarten sind Kiefer (60%), Buche (12%) und Erle (7%). In der ansonsten wirtschaftlich schwachen Regionen kommt der touristischen Komponente des Waldes (ca. 1,0 Mio. Urlauber/Jahr) eine erheblich Bedeutung zu. So ist auch die Geschichte des Forstamts Neu Pudagla stark mit der Entwicklung des Fremdenverkehrs verbunden. Den touristischen Grundstein legte 1824 Forstmeister Georg v. Bülow, der mit dem Bau des Weißen Schlosses im Wald des heutigen Seebades Heringsdorf der Inselbevölkerung eine völlig neue Erwerbsmöglichkeit erschloss und damit dem Leben auf Usedom eine andere Richtung gab. 1851 genehmigte Forstmeister Schulz, der erste Leiter des Forstamtes in Neu Pudagla, den Zugang zu den Stränden durch die königlichen Forsten, womit ein ungeahnter Aufschwung des Badebetriebes an der gesamten Küstenlinie der Insel begann.
1852 wurde durch das Forstamt ein Knüppeldamm durch das Gänsemoor von Ückeritz nach Bansin gebaut. Heute befindet sich auf dieser Trasse im wesentlichen die B111.
Selbst bei der Errichtung von Orten, wie Karlshagen, Ahlbeck oder Kölpinsee war das Forstamt durch gezielte Waldverkäufe beteiligt. Die Namensgebung des Seebades Trassenheide ist sogar auf den ehemaligen Förster Trassen zurückzuführen.
Wie schon 1889, 1911 und 1999, als das Forstamt Treffpunkt des Pommerschen, bzw. Deutschen Forstvereins war, ist das Forstamt auch heute noch ein beliebter Anlaufpunkt für Fachleute aus dem In- und Ausland.
So wurden hier in den zurückliegenden Jahren nicht nur Förster und Interessierte aus allen Teilen der Bundesrepublik, sondern auch aus Polen, Schweden, Finnland, Norwegen, Estland, Österreich, Ungarn, den USA, der Schweiz und der Dominikanischen Republik begrüßt. Besondere Anziehungspunkte sind das historische Forstgebäude mit seiner Umgebung, der Usedomer Gesteinsgarten, das Waldkabinett und ein Waldlehrpfad.
Neben diesen umfangreichen touristischen Attraktionen gibt es auch eine ganze Reihe weiterer Angebote des Forstamts, die das Forstamt für die Inselbewohner und ihre Gäste bereit hält.
Das Forstamt befindet sich im Seebad Ückeritz, Ortsteil Neu Pudagla, unweit der B111. Tel: 038375/2911-0 oder 038375/20460
Fax: 038375/2911-37 oder 038375/21355
Email: foa-neupudagla@lfg.mvnet.de.
Das historische Forstgebäude und seine Umgebung
Um näher an den preußischen Staatsforsten zu sein, wurde 1848/49 ein neues Forstamtsgebäude am Herrenweg, der damaligen Hauptverbindung zwischen dem alten Verwaltungszentrum Pudagla und Ückeritz, errichtet. In Anlehnung an den bisherigen Amtssitz wurde dieser als Neu Pudagla bezeichnet. Das historische Gebäudeensemble, bestehend aus dem Amtsgebäude, einem Stall, einer Scheune und einem Backstubengebäude ist bis heute weitgehend erhalten geblieben. Von der Bundesstraße aus gelangt man über eine alte Kopfsteinpflasterstraße, die von einer malerischen Baumallee besäumt wird, zum Forstamt. Während der Bombenangriffe auf die Heeresversuchsanstalt Peenemünde arbeitete hier u.a. Dr. Helmut Hölzer, der Erfinder des elektronischen Analog-Computers und spätere Direktor im NASA-Raumflugzentrum in Huntsville, Alabama (USA). Mit der Inschrift Forschen Einzelner verändert das Leben Aller erinnert ein Gedenkstein an das Wirken des genialen Wissenschaftlers.
Direkt am Forstamtshof beginnend, führt ein ca. 1,5 km langer Kinderreitweg in einem abwechslungsreichen Rundkurs durch den umliegenden Wald.
Wanderwege führen zum ehemaligen Holzhafen Stagnieß, heute ein Sportboothafen, und zum Wockninsee, ein aus einer Meeresbucht entstandener versüßter und zum Teil verlandeter Strandsee. 1967 wurde der See mit den umgebenden Moorflächen und den Resten eines Hudewaldes als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Hier erfolgte auch vor etwa 10 Jahren der letzte Nachweis der Sumpfschildkröte auf Usedom.
Empfehlenswert sind auch Ausflüge zum Streckelsberg und zum Golm. Der Streckelsberg ist ein am Seebad Koserow gelegener Höhenzug mit einer 55 m hohen Kliffkante. Ein Aussichtsplattform ermöglicht einen Blick auf die benachbarten Inseln. Das Kliff ist seeseitig durch eine 530 m langen Brandungsmauer geschützt. 1818/19 veranlasste der damalige Oberförster Schrödter, die bis dahin wirtschaftlich nicht genutzte Düne durch die Pflanzung von Waldkiefern und Rotbuchen zu befestigen.Ein Gedenkstein erinnert noch heute an die Bewaldung des Berges. Als Folge dieser Aufforstung stellte sich eine interessante Flora mit
Leberblümchen, Einbeere, Maiglöckchen und seltenen Orchideenarten ein und führten 1961 zur Ausweisung als Naturschutzgebiet. Der nun schon über 180 jährige Buchenbestand zählt mit einer Höhe von etwa 40 m zu den höchsten Baumbeständen der Insel Usedom.
Der Golm, ist mit 69 m der höchste Berg der Insel. Inmitten eines über 100 jährigen Buchenbestandes befindet sich ein Kriegsgräberfeld mit Gedenkstätte. Hier liegen die 23.000 Opfer des Bombenabwurfs auf Swinemünde von 1945 begraben. Von der langen Besiedlungsgeschichte dieses Höhenzuges zeugen auch die Reste einer bronzezeitlichen Burgwallanlage. Die im Norden und Osten bis auf wenige Meter über NN steil abfallenden Hänge gehören zu einem fossilen Kliff und markieren den höchsten Stand der Ostsee in der nacheiszeitlichen Entwicklung. Das Kliff, mit seinen subarktischen Florenelementen, ist Totalreservat und steht seit 1967 unter Naturschutz. Von hier aus bietet sich auch ein fantastischer Blick auf die Stadt Swinemünde, ihrem Hafen und die Ostsee.