Qualitätssprung

By: Admin 2006.12.04

Es gibt keinen Gewinn ohne Verlust und keinen Verlust ohne Gewinn ? man muss beides nur erkennen können, zu nutzen wissen. Und so, wie eine Schnapsidee zur Geburt unserer Bläsergruppe führte, so war die letzte große Ansitzjagd der Jagdgesellschaft Bansin vor deren Auflösung 1992 auch ein musikalischer Neubeginn. Wir lernten Bettina und Hubertus von Rochow kennen und konnten fortan unter sachkundiger Anleitung unser Können weiterentwickeln. Bettina kitzelte versteckte Talente aus uns heraus und weckte die Lust, sich mit anderen zu messen. So wurde der erste Landeswettbewerb im Jagdhornblasen des Landesjagdverbandes Mecklenburg-Vorpommern in Hagenow ein voller Erfolg ? wir landeten von 27 Gruppen auf dem 4. Platz. Frank Daher stellte unsere Gruppe anekdotendurchwoben vor, Bettina hatte uns getrimmt, die Fermate des Hallali mit 7 Schlägen und ohne Abrutscher und Kiekser durchzuhalten, und das übrige Fußvolk glaubte an sich.

Nun gab es kein Halten mehr: Wir hatten die Quittung für unsere Arbeit bekommen. Wir befanden uns auf dem richtigen Weg und wir waren ehrgeizig. Natürlich vergaßen wir nicht, neben den sicherlich bedeutsamen Wettbewerben auch weiterhin das Jagdliche Brauchtum zu pflegen und öffentliche Veranstaltungen wie die beliebten Jägerbälle, die traditionell im Raum Ahlbeck / Bansin durch Weidgenossen Siegfried Ramm durchgeführten Brauchbarkeitsprüfungen für Jagdhunde, vom Forstamt Neu Pudagla und der Kurverwaltung Kaiserbäder organisierte Waldführungen, Vorträge in den Konzertmuscheln u.ä. oder Einweihungen sowie Dorffeste, Rentnerfeiern, Schlachtefeste, Ortsjubiläen wie z.B. die 700-Jahrfeier von Usedom und Weihnachtsmärkte jagdlich-musikalisch, z.T. schon konzertant, zu begleiten. Wir wurden ein gefragtes Bindeglied zwischen Menschen, Jagd, Natur, Kulturerlebnis und Tourismus.

Im Laufe der Zeit wuchs unser Verein weiter an: Dirk Nass, Jörg Martinez, Sven Prabel und Michael Scholz stießen zu uns #? alles Leute, die im Rahmen ihrer forstlichen Ausbildung irgendwann schon ?mal ein Jagdhorn in den Händen hatten, es wieder weglegten und wieder hervorholten und wieder weglegten ... Das Dilemma kennen fast alle Jagdhornbläser.

Auch echte Neuzugänge wie Jörg Sündermann und Frank Götz mit seinen beiden Kindern Juliane und Sebastian (ein Herrentagslaune von Sven Prabel: Eh, sach mal, willste nich bei uns mitmachen?) waren zu verzeichnen. Und die Arbeit lohnte sich: Der 2. Landeswettbewerb in der Windmühlenstadt Woldegk brachte den dritten Platz in der gemischten Gruppe sowie einen ersten und dritten Platz bei den Solisten. Wir hatten damit auch die Qualifikation für die 1997er Teilnahme am Bundeswettbewerb in Kranichstein / Darmstadt erworben und spielten mit dem Gedanken, auch tatsächlich ?mal hinzufahren.

Zeitgleich begannen wir 1996 eine verstärkte Zusammenarbeit mit der Karlshagener Jägdhornbläsergruppe aus dem Inselnorden unter Leitung von Sonja Paul zu pflegen, die zu diesem Zeitpunkt auf 23 Jahre engagierte Jugendarbeit zurückblicken konnte. Man kannte sich von früher, aber jetzt machten wir aus der Not eine Tugend, denn einige von uns hatten für sich eine neue Trainingseinheit entdeckt; ein Instrument, welches jeden Musikliebhaber erschauern lässt ? das Parforcehorn.