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Der Kaiser hielt Hof im Kaiserbad Heringsdorf
„Die Untertanen seiner Majestät waren begeistert. Heringsdorf stand kopf als Ihre Hoheit, Kaiser Wilhelm II., mit seiner Frau Gemahlin an Lindemanns Hotel vorbei defilierte und in der Wilhelmstraße Einzug hielt.“ So hätte der Kollege vor gut hundert Jahren womöglich die Szenerie beschrieben, die sich seit sieben Jahren alljährlich an den Kaisertagen wiederholt.
Dass aus Lindemanns Hotel der Pommersche Hof geworden ist, aus der Wilhelm- die Friedenstraße und ein Schauspieler in des Kaisers Kleider schlüpfte, ist der Zeit und den Ereignissen geschuldet, die einst und jetzt trennen.
Nachvollziehbar auch, dass heute zum Kaiser, der unser Land außenpolitisch in die Isolierung und 1914 in den ersten Weltkrieg stürzte, selbst im Kaiserbad Heringsdorf ein ambivalentes Verhältnis besteht.
Doch all dies tritt in den Hintergrund an einem Festtag wie am vergangenen Sonnabend. Vergessen die Not des einfachen Volkes, die hungrigen Kinder und die militärische Aufrüstung. Gefeiert wird Glanz und Gloria, die der Herrscher mit seinem Gefolge in das junge Seebad brachte. Gefeiert werden auch die sichtbaren Zeugen jener Zeit, wie die einmalige wilhelminische Bäderarchitektur, das Kaiser-Wilhelm-Kinderheim in Ahlbeck oder der Beginn des Tourismus.
Dieser trägt schließlich die Handschrift des Kaiserhauses. So war es Kaiser Wilhelm I., der im Jahre 1879 Heringsdorf den Seebad-Titel zuerkannte und den Bewohnern des einstigen Fischer- und Badedorfes zu größerem wirtschaftlichen Wohlstand verhalf. Das wiederum verbindet damals und heute und rechtfertigt die ausgelassenen Feierlichkeiten, vor allem in einem Jubiläumsjahr wie diesem, in dem der 125-ste Geburtstag des Seebades Heringsdorf gefeiert wird.
Damals und heute verbindet auch der historische Umzug, auf den sich ein illustres, prächtig gekleidetes Völkchen nebst dem Kaiserpaar begab. Flankiert von Tausenden Schaulustigen bahnte sich der Tross aus Pferdekutschen, nachkaiserzeitlichen Oldtimern und Fußvolk den Weg zum Festplatz. Dort erwartete eine wiederum riesige Menschenmenge den Kaiser, seine Gemahlin und den Bürgermeister zur Eröffnung der Kaisertage.
Waren beim Umzug alle Beteiligten noch einem Wechselbad des Wetters ausgesetzt, so hatte Petrus beim Empfang auf dem Platz des Friedens ein Einsehen und gönnte seiner Majestät das obligatorische Kaiserwetter. Hier verlas Wilhelm Zwo den kaiserlichen Seebad-Erlass seines Großvaters von 1879. Doch wen scheren solche kleinen Details, wenn das Ambiente stimmig ist. Was zählt, ist die Illusion und so waren es die historisch gekleideten Komparsen, die das Publikum mit auf die Kaiser-Zeitreise nahmen.
Nachvollziehbar auch, dass heute zum Kaiser, der unser Land außenpolitisch in die Isolierung und 1914 in den ersten Weltkrieg stürzte, selbst im Kaiserbad Heringsdorf ein ambivalentes Verhältnis besteht.
Doch all dies tritt in den Hintergrund an einem Festtag wie am vergangenen Sonnabend. Vergessen die Not des einfachen Volkes, die hungrigen Kinder und die militärische Aufrüstung. Gefeiert wird Glanz und Gloria, die der Herrscher mit seinem Gefolge in das junge Seebad brachte. Gefeiert werden auch die sichtbaren Zeugen jener Zeit, wie die einmalige wilhelminische Bäderarchitektur, das Kaiser-Wilhelm-Kinderheim in Ahlbeck oder der Beginn des Tourismus.
Dieser trägt schließlich die Handschrift des Kaiserhauses. So war es Kaiser Wilhelm I., der im Jahre 1879 Heringsdorf den Seebad-Titel zuerkannte und den Bewohnern des einstigen Fischer- und Badedorfes zu größerem wirtschaftlichen Wohlstand verhalf. Das wiederum verbindet damals und heute und rechtfertigt die ausgelassenen Feierlichkeiten, vor allem in einem Jubiläumsjahr wie diesem, in dem der 125-ste Geburtstag des Seebades Heringsdorf gefeiert wird.
Damals und heute verbindet auch der historische Umzug, auf den sich ein illustres, prächtig gekleidetes Völkchen nebst dem Kaiserpaar begab. Flankiert von Tausenden Schaulustigen bahnte sich der Tross aus Pferdekutschen, nachkaiserzeitlichen Oldtimern und Fußvolk den Weg zum Festplatz. Dort erwartete eine wiederum riesige Menschenmenge den Kaiser, seine Gemahlin und den Bürgermeister zur Eröffnung der Kaisertage.
Waren beim Umzug alle Beteiligten noch einem Wechselbad des Wetters ausgesetzt, so hatte Petrus beim Empfang auf dem Platz des Friedens ein Einsehen und gönnte seiner Majestät das obligatorische Kaiserwetter. Hier verlas Wilhelm Zwo den kaiserlichen Seebad-Erlass seines Großvaters von 1879. Doch wen scheren solche kleinen Details, wenn das Ambiente stimmig ist. Was zählt, ist die Illusion und so waren es die historisch gekleideten Komparsen, die das Publikum mit auf die Kaiser-Zeitreise nahmen.