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Benzer Kinder im Bann von Smok, Wars und Sawa

Zu den vielen Festveranstaltungen zum EU-Beitritt Polens auf Usedom fügte sich im Benzer Kinderhaus Himmelsschlüsselchen eine weitere völkerverbindende Aktion hinzu. Die in Warschau geborene und in Heringsdorf lebende Industrie-Designerin Anna Murawska-Pühler war eingeladen, über ihre Heimat zu berichten und die Kinder in die polnische Mythen- und Märchenwelt zu entführen.
Bereits beim Morgenkreis schauten sich die Kinder Polen auf der Weltkarte an, durften die europäischen Flaggen erraten und erfuhren, dass sowohl Deutschland als auch Polen den Adler in ihrem Wappen tragen. Einziger Unterschied: der polnische ist weiß, der deutsche schwarz.

Stolz präsentierte sich die fünfjährige Laura von der Sonnengruppe wie ihre Mutter Anna in einer traditionellen Krakauer Tracht. Sie lauschte genau so aufmerksam wie die anderen Kinder der Sage von einem Drachen (poln. Smok), der immer Durst hat. Nach ihm werden in Polen durstige Menschen Smok genannt, kleine durstige Kinder und der Schnuller in der Verniedlichungsform Smoczek.

Der Legende nach ist die heutige Hauptstadt Warschau (poln. Warszawa) entstanden, weil eine Sirene aus der Weichsel dem Liebespaar Wars und Sawa den Platz für die Gründung der Stadt zeigte.

Auf die Frage, ob sie denn wüssten, was eine Sirene sei, antworteten die Kinder „Ja, die hören wir immer“. Dass sich die Polizei- und Feuerwehrsirenen von dem Gesang der Sirenen ableiten, wusste die junge Mutter den aufmerksamen Zuhörern ebenfalls zu berichten.

Mit dem zweisprachigen Kindergedicht „Lokomotiva“ und einem Tanzreigen ging es weiter in der „Polnischstunde“. Da für die Polen ihre Religion von großer Bedeutung ist, ging Frau Murawska-Pühler auch auf die christlichen Bräuche ihrer Heimat ein. Sie erzählte von Fronleichnamprozessionen und von der Johannisnacht, auf die sich alle Kinder in Polen besonders freuen.

Denn zum Geburtsfest Johannes des Täufers (24.6.) flechten sie bunte Blumenkränze, in denen die Eltern Kerzen mit Draht befestigen. Abends werden diese angezündet und auf Flüssen und in Seen ausgesetzt, wo sie leuchtend dahin treiben. Dass Weihnachten und Ostern jeweils eine Fastenzeit vorausgeht, fanden die Kinder weniger lustig als die Geschichte vom Nassen Montag (Ostermontag), an dem sich alle großen und kleinen Kinder nass spritzen dürfen.


eingereicht von : Dietmar Pühler am 22.05.2004, 10:37 Uhr


 
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