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Balnea-Ausstellung macht Badegeschichte anhand von Modellen erlebbar
Peenemünde. Seit vergangenem Freitag beherbergt das Historisch-Technische Informationszentrum (HTI) in Peenemünde die Sonderausstellung „Balnea - Architekturgeschichte des Bades“. Noch bis zum 31. August sind in der Maschinenhalle des HTI 44 Architekturmodelle zu sehen, die stellvertretend für die Entwicklung der Badekultur seit dem 16. Jahrhundert stehen. Vom höfischen Prunkbad über die Entstehung von Kur- und Heilbädern wird der Bogen zu den Fluss- und Seebädern sowie den ersten Volksbadesanstalten gespannt.
Die Modelle wurden von Studenten des Instituts für Darstellen und Gestalten der Architekturfakultät an der Universität Stuttgart gefertigt. Die aus unterschiedlichen Materialien gebauten Modelle bilden den Kern der Ausstellung. Sie werden jeweils ergänzt durch Erläuterungen zu den Themenschwerpunkten und den einzelnen Objekten.
Der Leiter des HTI, Christian Mühldorfer-Vogt, sah sich im Vorfeld wiederholt mit der Frage konfrontiert, warum solch eine Ausstellung in Peenemünde gezeigt werde. Mit ironischem Unterton stellte er fest, dass Kritiker es gerne sehen würden, dass das HTI „für den Elendsrealismus“ zuständig sei, „während andere für die Sozialromantik“ stünden. Vielmehr sieht Mühldorfer-Vogt die aktuelle Sonderschau in einer Linie mit dem Selbstverständnis seines Museums. So will das HTI perspektivisch die Historie Peenemündes beginnend mit der ersten urkundlichen Erwähnung (1282) bis zum Jahr 1936 thematisieren. Dabei sollen historische Entwicklungslinien und –brüche stärker betont werden als punktuelle Ereignisse.
Laut Mühldorfer-Vogt wurde die rund 20.000 Euro teure Ausstellung überwiegend selbst finanziert. Er dankte ausdrücklich der Usedom Tourismus GmbH (UTG), die sich mit einem Zuschuss von 3.000 Euro an der Schau beteiligt. Die Kunsthistorikerin Dr. Susanne Grötz aus Hamburg erläuterte bei einem Rundgang einige Modelle, zu denen die Swinemünder Seebrücke, das Herrenbad in Heringsdorf und eine Badeschaluppe ebenso gehörten wie Flussbadeschiffe in Paris und Zürich oder die Volksbäder in Stuttgart-Heslach und Frankfurt-Hoechst.
Ergänzend zur Ausstellung ist ein Katalog von Susanne Grötz und Ursula Quecke erschienen, der im Museumsshop des HTI ebenso erhältlich ist wie die beiden Bände von „Badegäste mit Anzug und Weste“ des Heringsdorfer Autors Hans-Ulrich Bauer, der die Badegeschichte der Insel Usedom dokumentierte.