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Historische Gesellschaft stellt 2008 die Delbrücks in den Mittelpunkt

Heringsdorf. Am Sonntagvormittag lud die Historische Gesellschaft zu Seebad Heringsdorf zu ihrer jährlichen Mitgliederversammlung ins Strandhotel Heringsdorf ein. Gekommen waren fünfzehn von rund 80 Mitgliedern des Vereins, die sich aus dem ganzen Bundesgebiet rekrutieren.
Vereinschef Fritz Spalink teilte in seinem Rechenschaftsbericht mit, dass auch 2008 wieder fünfzehn Vorträge in der Villa Irmgard geplant seien, wo seit geraumer Zeit nach dem Auszug aus dem Schmiedehaus in der Delbrückstraße auch die Dauerausstellung der Historischen Gesellschaft ihre Heimstatt hat. Diese Ausstellung „Heringsdorf einst und jetzt“ soll 2008 überarbeitet und während dieser Zeit durch eine Ausstellung zum Flugplatz Heringsdorf ersetzt werden.

Zudem plant die Gesellschaft, im Erdgeschoss der Villa Irmgard das Eingangsportal der alten Kaiser-Wilhelm-Seebrücke nachzubilden. Das Modell soll 2,50 m hoch, 1,00 m tief und 2,00 m breit sein. Dahinter werde durch Verspiegelungen die Seebrücke im Zustand des Jahres 1910 zu sehen sein. Spalink rechnet mit Kosten von ca. 8.000 Euro, die über Spenden und Zuschüsse zusammen getragen werden sollen.

Die Historische Gesellschaft werde sich am 17. Mai außerdem an der Feininger-Veranstaltung in Heringsdorf beteiligen, teilte Spalink mit, der darauf hinwies, dass Feininger bereits vor zwei Jahren anlässlich seines 50. Todestages von der Historischen Gesellschaft geehrt wurde.

Nach dem Vortragszyklus über Kaiser Wilhelm II. im vergangenen Jahr soll auch 2008 wieder eine solche Reihe stattfinden. Der Fokus werde dabei auf die Familie Delbrück gerichtet sein. Dazu habe sich die Neuseeländerin Margaret Sutherland, eine Ziehtochter von Elisabeth Delbrück, angekündigt, um über die Delbrücks zu referieren. Neben der Familie sollen auch die Architektur der Delbrück-Villen und die Gründung der Deutschen Bank beleuchtet werden.

Für Diskussionsstoff sorgte ein Antrag auf Ehrenmitgliedschaft von Dr. Torsten Stein und Dr. Wilhelm Pantenius. Die beiden schlugen vor, Prof. Dr. Wolfgang Stribrny aus Bad Sobernheim damit zu würdigen, weil dieser sich große Verdienste um die Historische Gesellschaft erworben habe. Stribrny gilt Stein zufolge als exzellenter Preußenkenner. Zudem habe er ihn als liebenswerten und verbindlichen Menschen bei seinen Preußenvorträgen kennen gelernt. Ganz anderer Meinung war hingegen Vorstandsmitglied Marianne Usko-Meißner.

Die Berliner Journalistin kritisierte Stribrnys Engagement für die Wiedereinrichtung der Monarchie unter der Führung der Hohenzollern. „Wir wollen doch das Rad der Geschichte nicht zurückdrehen. Diese Ausrichtung mit dem Zollernkreis, den er gegründet hat, schmeckt mir nicht“, so Usko-Meißner. Mit ihrer Meinung stand sie allerdings ziemlich alleine da. Dr. Stein verteidigte seinen Antrag damit, dass keiner ernsthaft davon ausgehe, dass Deutschland wieder eine Monarchie werde. Zudem solle man die Bedeutung der Historischen Gesellschaft nicht überbewerten. Heinz-Egon Achterkerke betonte: „Lassen Sie uns bloß die Politik raus.“ Letztendlich setzten sich die Befürworter einer Ehrenmitgliedschaft für Stribrny mit 8:1 Stimmen bei einigen Enthaltungen durch.


eingereicht von : Dietmar Pühler am 10.03.2008, 13:30 Uhr


 
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