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„Usedomer Mühlengeschichten“ ans Licht gebracht

Insel Usedom. Sie gehören zur Insel Usedom wie der Strand und das Meer und sie sind beliebte Fotomotive: Die Mühlen in Benz und Pudagla. Gleichzeitig stehen die beiden Veteranen stellvertretend für die vielen längst verschwundenen Holländer- und Bockwindmühlen sowie für eine untergegangene Handwerkszunft.
Mit seinem neuesten Buch „Usedomer Mühlengeschichten“ hat nun der Heringsdorfer Hobbyhistoriker und Autor Hans-Ulrich Bauer ein fast zugeschlagenes Kapitel noch einmal weit geöffnet. Das mehr als 100-seitige Buch vermittelt interessante Einblicke in das Mühlenwesen auf und um Usedom, lässt Zeitzeugen zu Wort kommen, beschreibt die Blütezeit und den Niedergang der Mühlen und dokumentiert in historischen und aktuellen Fotografien die markanten Mühlengebäude.

In seinem Vorwort schreibt Bauer: „Jede Mühle ist ein Unikat und so haben alle Mühlen ihre kleinen oder größeren Unterschied im Aufbau und in der Technik. Diese bilden aber nicht den Schwerpunkt dieses Buches. Vielmehr sind es die Menschen, die in den Mühlen lebten und arbeiteten.“

So ranken sich um jede der beschriebenen Mühlen Geschichten und Anekdoten, teils traurige und skurrile, teils lustige. Vor allem die Wessel´sche Mühle auf dem Anklamer Peendamm hat so manches erlebt, wovon Hans-Ulrich Bauer zu berichten weiß. Auch die eigenartige Mühle auf dem Schweinestall in Kutzow hat eine kuriose Vorgeschichte, die im Buch erzählt wird.

Insgesamt werden mehr als zwei Dutzend Mühlen beschrieben. Das Buch ist zwar keine vollständige Dokumentation, aber dennoch ein wichtiger Beitrag für die landesweite Mühlenforschung, wie Vertreter der beiden Mühlenvereine in Benz und Pudagla bestätigten.

Neben den klassischen Getreide-Windmühlen werden auch die zeitweise als Papiermühle genutzte Wassermühle Hanshagen, das Windschöpfrad Kachlin und die Mühlenbake in Swinemünde behandelt. Vor gut hundert Jahren diente sie Lyonel Feininger als Vorlage für unendlich viele Naturskizzen, während sie heute das Logo der Stadt Swinoujscie ziert. Gleichzeitig verbindet die Mühlenbake mit den Windmühlen in Neppermin und Benz, die der deutsch-amerikanische Maler zwischen 1908 und 1912 so gerne gemalt hat.

Kurzum: Die „Usedomer Mühlengeschichten“ beleuchten viele Facetten der Mühlen auf und um Usedom. Es ist für Historiker, Mühlenfreunde, Einheimische wie auch für Urlauber gleichermaßen interessant und bereichert die Palette der Regionalliteratur um ein lesenswertes Buch. Das findet auch der Verwaltungsleiter des Amtes Usedom-Süd, Martin Meenke, der gleichzeitig Vorsitzender des Vereins „Kulturmühle Benz e.V.“ ist. „Auf dieses Buch hat Usedom gewartet“, so sein Urteil.

Das Buch „Usedomer Mühlengeschichten“ hat einen Umfang von 106 Seiten, ist mit 42 Farb- und 43 Schwarzweißaufnahmen illustriert und kostet im Buchhandel 9,95 Euro (empfohlener Preis). Die ISBN-Nr. lautet:978-3-9810371-3-5.


eingereicht von : Dietmar Pühler am 10.03.2008, 13:26 Uhr


 
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