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Berlins regierender Bürgermeister Klaus Wowereit ist Waldaktionär auf Usedom
Neben Wowereit wurde auf der Landwirtschaftsmesse auch Horst Seehofer (CSU), Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, mit einer Waldaktie bedacht. Seine Parzelle befindet sich allerdings nicht auf Usedom sondern in Glowe auf Rügen. Seine Waldnachbarin dort wird die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CSU) höchst selbst sein.
Für den Usedomer Klimawald wiederum haben sich der ehemalige Landtagspräsident Hinrich Kuessner (SPD) und seine Frau Gudrun entschieden und gleich zehn Waldaktien gezeichnet. Noch tiefer in die Tasche griff der Schauspieler Axel Prahl alias Tatort-Kommissar Frank Thiel, der sich 25 Parzellen zu je 10 Quadratmeter sicherte.
Ob die Promis am 25. April 2008 (Tag des Baumes) mit dabei sein werden, wenn die ersten Bäume auf der zurzeit recht morastigen Wiese bei Damerow gepflanzt werden, ist noch nicht sicher. Sicher dagegen ist, dass Stieleichen mit einer Höhe von einem bis 1,20 Meter in die Erde gebracht werden. Dazu soll pro Baum ein Keramiktäfelchen im Wurzelbereich mit eingegraben werden. Das entsprechende Gegenstück erhalten die Waldaktionäre als Erinnerung mit nach Hause, so Forstamtsleiter Norbert Sündermann. Die Andenken aus gebranntem Ton sollen von der Pommernkeramik-Töpferei in Mellenthin hergestellt werden.
Insgesamt können auf der vorgesehenen Fläche bei Koserow bis zu 2.000 Stieleichen angepflanzt werden. „Der Wald wird die nächsten 150 bis 180 Jahre hier stehen und vom Forstamt gepflegt“, erklärt Norbert Sündermann. Er trat damit der Kritik seitens des NABU-Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern entgegen, dessen Geschäftsführerin Dr. Rica Münchberger monierte, dass hier von vielen Privatleuten ein Wirtschaftswald subventioniert werde.
„Wenn wir was zur Reduzierung des CO2 beitragen wollen, müssen wir CO2 aus dem Bestand entnehmen“, begründet der Forstamtsleiter die künftig notwendigen Pflege- und Ausforstungsarbeiten. Im Endbestand würden dann rund 600 Bäume übrig bleiben. Tobias Woitendorf vom Landestourismusverband verweist zudem darauf, dass es sich bei den vier Klimawäldern auf Usedom, Rügen, in Mirow und Neustrelitz um zusätzliche Flächen handelt, die aufgeforstet werden. Damit soll auch ein Beitrag geleistet werden, den Waldanteil von derzeit nur 22 Prozent an der Landesfläche zu erhöhen. Nach Schleswig-Holstein ist Mecklenburg-Vorpommern bekanntlich das waldärmste Bundesland.
Die „Waldaktie“ mit einem Wert von 10 Euro wurde im November vergangenen Jahres vom Landestourismusverband, dem Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern und der Landesforst ins Leben gerufen. Durch den symbolischen Kauf eines Baumes soll jeder umweltbewusste Urlauber die Möglichkeit bekommen, seinen Urlaub CO2-neutral zu gestalten.
Dazu hat der Landestourismusverband folgende Rechnung aufgemacht: Eine vierköpfige Familie, die zwei Wochen Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern verbringt, setzt samt Anreise mit dem Auto, Unterkunft und Freizeitaktivitäten etwa 850 kg Kohlendioxid frei. Das entspricht einer Menge von ca. 230 kg reinem Kohlenstoff, der in zirka einem Kubikmeter Holz gespeichert wird. Ein Kubikmeter Holz wiederum entspricht in etwa einer 95-jährigen Fichte von 25 m Höhe.
Weitere Informationen zum Thema: www.waldaktie.de