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Usedom soll bis Mai 2008 Feininger-Radroute bekommen
Papileo ist zunächst der Arbeitstitel des Projektes. Der Name stammt aus einer Notiz des Künstlers an seinen Sohn Andreas, die er mit „Papi Leo“ unterzeichnete. Das Feininger-Trio aus Benz hat bei seiner Recherche wichtige Details von den Usedom-Aufenthalten des Malers in den Jahren von 1908 bis 1912 zusammentragen können. So logierte der damals in Berlin als Karikaturist arbeitende Feininger erstmals am 17. Mai 1908 in der Villa Zander im Seebad Heringsdorf. Auch in Benz hat der Maler gewohnt, und zwar 1912 in der ehemaligen Gaststätte Hollatz in der Fritz-Behn-Straße.
Viele Malstandorte konnten rekonstruiert und durch Gegenüberstellung mit aktuellen Fotografien dokumentiert werden. All diese bekannten Stellen sollen nun passend mit der Feininger-Radtour erschlossen werden. Passend auch deshalb, weil sich der Maler die meisten seiner Motive mit seinem Cleveland-Fahrrad erschloss.
Für sein Kultur-Engagement bekam das Papileo-Team Lob von höchster Stelle. Bildungsminister Henry Tesch (CDU) bescheinigte ihm, mit der Tour den kulturellen Reichtum der Insel zu bereichern. Auch der Leiter der Hamburger Kunsthalle, Dr. Ulrich Luckhardt, machte den Benzern Mut: „Ich halte die Radtour für extrem wichtig, damit man sich hier mit dem Werk Feiningers identifiziert und die Leute an die Kunst Feiningers heranführt.“
Die geplante Route gleicht einer ungleichen Acht. So startet eine kleine Rundstrecke in Benz, die über Neppermin, Balm und Mellenthin an den Ausgangsort zurückführt. Die größere Schleife startet wiederum in Benz und führt über Alt-Sallenthin nach Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck, danach weiter nach Swinemünde und über die B 110 nach Zirchow, Korswandt und Gothen. Über Bansin-Dorf und Alt-Sallenthin wird der Kreis mit Benz wieder geschlossen.
Ergänzend zur ausgeschilderten Route werden in die Erde eingelassene Bronzetafeln auf die Malstandorte hinweisen. Ein kleiner Katalog soll helfen, diese Stellen zu finden. Schröder geht davon aus, dass für die ganze Unternehmung 70.000 Euro benötigt werden. Einen Teil der Summe erhofft sich der Amtsvorsteher von der Pomerania.
Ob es mit der Realisierung bis zum Mai 2008 klappen wird, ist derzeit aber noch unsicher. Fest steht zumindest, dass am 17. Mai der hundertste Jahrestag von Feiningers erstem Usedom-Aufenthalt gebührend gefeiert wird. Zwar nicht in der Villa Zander, sondern wohl eher in der Villa Oppenheim, die der Amerikaner durch seine Zeichnungen berühmt machte.