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Flughafen Heringsdorf mit fünf neuen Direktverbindungen

Insel Usedom. Draußen fiel der erste heftige Schnee auf die Landebahn, drinnen war der blaue Noppenfußboden auf Hochglanz poliert. Ist das Flughafen-Terminal normalerweise in dieser Jahreszeit längst im Winterschlaf, so kam vergangenen Mittwoch kurzzeitig Leben in die nach weiter Welt riechende Wartehalle. Denn nach und nach trudelten dort etliche Kofferträger im Flughafen Heringsdorf ein, ganz so als sollte es auf große Geschäftsreise gehen.

Die mitgebrachten Aktenkoffer und Reisetaschen waren allerdings nur Requisiten für die Verkündung eines „Quantensprungs“, mit dem der Flughafen Heringsdorf nächstes Jahr kräftig durchstarten möchte. Erstmals sei es gelungen, den Flugplan des Folgejahres schon im alten Jahr zu präsentieren, freute sich Flughafen-Geschäftsführer Hans-Jürgen Merkle.

Den Quantensprung bezog Merkle aber auf die fünf neuen Direktverbindungen. So wird die Insel Usedom vom 26. April bis zum 25. Oktober 2008 von Bremen, Dortmund, Frankfurt, Köln und München aus direkt mit dem Flugzeug erreichbar sein. Möglich gemacht haben den „umfangreichsten Flugplan seit dem Linienverkehr der INTERFLUG in den siebziger Jahren“, so Merkle, sechs Usedomer Hoteliers, die insgesamt eine Garantiesumme von 900.000 Euro aufbringen.

Damit sichern die Touristiker den Flugplan der „Ostfriesischen Lufttransport GmbH“ (OLT) für die Sommersaison 2008 auf die Insel Usedom ab. Das mittelständische Unternehmen mit Sitz in Emden feiert 2008 sein fünfzigjähriges Jubiläum und ist damit eines der ältesten deutschen Luftverkehrsunternehmen. Die Flüge von den fünf Großstädten auf die Ferieninsel kosten zwischen 300 und 399 Euro. Sie können direkt über die beteiligten Hotels, bei der OLT oder im Airport Touristik Center im Flughafen Heringsdorf gebucht werden. Geflogen wird von allen Quellflughäfen einmal wöchentlich zum Bettenwechsel auf Usedom am Samstag.

Bereits am vergangenen Wochenende hatte die Usedom Tourismus GmbH mitgeteilt, dass die Insel Usedom erstmals von der Lufthansa angeflogen wird. Zwischen dem 27. April und dem 5. Oktober verkehren von dort Maschinen jeweils sonntags, im Juli zusätzlich auch donnerstags von und nach Düsseldorf.

Thilo Naumann vom Bansiner Hotel „Admiral“ hob hervor, dass mit dem neuen Flugplan 264 Sitzplätze bei den wöchentlich sechs Flügen zur Verfügung stehen werden. Zum Vergleich: In diesem Jahr betrug die Kapazität nur 60 Sitzplätze. Zudem gebe es 2008 27 Flugtage, während es 2007 nur zwanzig waren. Sollte die Vermarktung der Flüge durch die Hotels erfolgreich verlaufen, könne bereits im zweiten Quartal des nächsten Jahres über 2009 verhandelt werden. Dann soll auch Stuttgart zu den direkt erreichbaren Flughäfen zählen.

Zunächst gelte es aber, mit den neuen Zielen München und Frankfurt die dortigen „neuen“ Quellmärkte zu erschließen. Mit Blick auf die internationale Flugdrehscheibe Frankfurt witzelte Naumann und warb schon mal für Flüge von Usedom nach „Singapur mit nur einmal Umsteigen“. Die sechs Hoteliers mussten ihre Koffer allerdings wieder mit nach Hause nehmen. Denn Leben kommt erst Ende April wieder in das Terminal. Keine Chance also, kurz mal dem Herbstblues der vergangenen Tage zu entfliehen.

Weitere Infos: www.flughafen-heringsdorf.de


eingereicht von : Dietmar Pühler am 19.11.2007, 12:34 Uhr


 
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