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Symbolisches Gleis über die Grenze verlegt
Insel Usedom. Mit einem Festakt wurde am vergangenen Freitag der Baubeginn der Gleisverlängerung von Ahlbeck-Grenze nach Swinemünde-Bad gefeiert. Der sichtlich gelöste Geschäftsführer der Usedomer Bäderbahn (UBB), Jörgen Boße, konnte mehrere Hundert geladene Gäste begrüßen. Die waren gekommen, um „Zeuge eines Teils europäischer Eisenbahngeschichte“ zu werden, wie es Boße ausdrückte. Schließlich sei es einmalig, dass ein Eisenbahnunternehmen auf fremdem Staatsgebiet baue und die Europäische Union (EU) das Ganze bezahle.
Die Kosten für die rund 1,6 Kilometer lange Trasse belaufen sich auf 2,4 Millionen Euro, von denen 90 Prozent aus Mitteln der Gemeinschaftsinitiative INTERREG III A der EU und des Landes Mecklenburg-Vorpommern und die restlichen zehn Prozent von der Deutschen Bahn AG beigesteuert werden. Bauträger ist die Usedomer Bäderbahn. Deren Chef Boße geht davon aus, dass die Baumaßnahmen erst Anfang 2008 über die Bühne gegangen sein werden. Mit der Betriebsaufnahme rechnet er allerdings erst zum Osterfest.
Denn noch ist der letzte Schritt nicht getan, wie Dr. Joachim Trettin, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG für das Land Mecklenburg-Vorpommern, am Rande der Veranstaltung deutlich machte. So gebe es in Polen teilweise andere Vorschriften als nach deutschem Eisenbahnrecht. Es könnte also gut sein, dass die UBB eine Betreibergesellschaft nach polnischem Recht gründen müsse, um die Betriebserlaubnis im Nachbarland zu erhalten.
Doch am Freitag war erst einmal Zeit für Sonntagsreden. Verkehrsminister Otto Ebnet etwa betonte, dass das Land in den letzten zehn Jahren „eine ganze Menge“ in die Strecke zwischen Züssow und Ahlbeck-Grenze gesteckt habe. Laut Bahnangaben wurden in das 87 Kilometer umfassende Streckennetz der UBB 50 Millionen Euro investiert.
Swinemündes Stadtpräsident Janusz Zmurkiewicz ließ die Aktivitäten der letzten Jahre und einige Meilensteine bis hin zum jetzigen ersten Spatenstich Revue passieren. Seinen Angaben zufolge sei am gleichen Tag die neue Straße zum Grenzübergang Garz dem Verkehr übergeben worden. So nutzte er die Gelegenheit, seinem Wunsch Ausdruck zu verleihen, „dass wir in Kürze frei über die Insel fahren können“. Er erwartet, dass viele Deutsche nach Swinemünde fahren und dort den Handel in Schwung bringen werden, aber auch dass umgekehrt viele polnische Bürger den deutschen Inselteil besuchen.
Nach den Reden folgte der Höhepunkt des Festaktes. Mit Hilfe eines Baggers wurde ein Gleisjoch über die Grenzlinie verlegt, das von den anwesenden Honoratioren genau ausgerichtet und mit Schotter eingebettet wurde. Rein symbolisch natürlich, denn die Gleisbauarbeiten können erst dann aufgenommen werden, wenn eine dreißig Meter breite Schneise in den Swinemünder Stadtwald geschlagen ist.