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Internationales Jugend-Workcamp auf Usedom

Peenemünde. Zu einem dreiwöchigen Workcamp weilen derzeit zwölf junge Menschen aus Japan, Algerien, Frankreich, Serbien, Russland, der Türkei, der Schweiz und Deutschland im Schullandheim Peenemünde. Organisiert von der Norddeutschen Jugend im internationalen Gemeinschaftsdienst (NIG) mit Sitz in Rostock beteiligen sich die jungen Leute an zwei Projekten in Peenemünde.
Das historische Teilprojekt, das vom Historisch-technischen Informationszentrum Peenemünde (HTI) betreut wird, besteht darin, eine alte Straße an der ehemaligen Hauptwache freizulegen. Diese sei, so Ute Augustat vom HTI, Bestandteil der Denkmallandschaft Peenemünde. Der ökologische Teil des Workcamps, für den der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) den Hut aufhat, befasst sich hingegen mit der Pflege von Orchideenwiesen im Naturschutzgebiet Peenemünder Haken.

Wie Frank Adam vom Schullandheim Peenemünde berichtet, gibt es die ökologischen Workcamps bereits seit 1997. Zwei Jahre später startete dann das erste historische Workcamp mit internationaler Beteiligung. Damals war das Lager Trassenheide Einsatzort der jungen Leute. Ein Jahr darauf wurde im Rahmen eines deutsch-polnischen Workcamps die alte Hauptwache freigelegt. Daran schließt nun die derzeitige Arbeit der jungen Leute an, die eine rund hundert Meter lange zugewachsene Straße von Wurzelwerk und Erde befreien.

Campleiter Stefan Kunze aus Rostock verrät, dass die Teilnehmer ihre Reisekosten selbst tragen müssen. Einen Teil der Übernachtungskosten wird laut Kunze von der NIG übernommen. Zudem tritt das Schullandheim als Sponsor auf, so Frank Adam. Sein Haus stellt unter anderem Fahrräder kostenlos zur Verfügung.

Den jungen Leuten wiederum, die sich allesamt bewusst den Ort Peenemünde für ihr Workcamp ausgesucht haben, gefällt es auf Usedom. Allen gemeinsam ist ihr Geschichtsinteresse und das an Peenemünde im Besonderen. Allerdings können einige junge Damen, wie die 19-jährige Serbin Alexandra, nicht verhehlen, dass sie sich besseres Wetter und so manches Sonnenbad am Strand gewünscht hätten. Schließlich soll während des Aufenthaltes auf Usedom auch die Freizeit nicht zu kurz kommen. So standen bereits Ausflüge nach Rostock und Hamburg auf dem Programm, wie auch die Besichtigung des HTI und des Naturschutzzentrums Karlshagen sowie eine Führung mit dem zertifizierten Naturparkführer Michael Woitacha.

Aber auch der Gedankenaustausch untereinander sei sehr wichtig um andere Standpunkte und Mentalitäten besser zu verstehen, gibt der 22-jährige Haruki aus Yokohama zu verstehen. Er bewundert an Deutschland, dass das Land Vorreiter in Sachen Ökologie und Müllverwertung ist. Windräder und Solaranlagen seien in Japan nahezu unbekannt, so der Wirtschaftsstudent. Die Türkin Gouca (23) findet die Menschen hier sehr freundlich und hilfsbereit. Sie will gerne wiederkommen, denn schließlich sei ja noch ein ganzes Stück Straße freizulegen.

Auch für Alina (18) aus dem russischen Sotschi soll es nicht der letzte Aufenthalt in Deutschland sein. Sie sei nach Peenemünde gekommen, um zu verstehen, wie sich die Geschichte ausgehend vom 2. Weltkrieg entwickelt hat. Sie findet es wunderbar, dass im Usedomer Workcamp die verschiedensten Kulturen zusammenkommen und sich verstehen. Campsprache ist im Übrigen Englisch, wenngleich sich einige wie Alina und Alexandra auch auf Deutsch verständigen können.Die beiden 22-jährigen Japanerinnen Risa (Tokio) und Yuka (Kyoto) genießen auf Usedom die Natur und den klaren Sternenhimmel. „Ich habe schon fünf Sternschnuppen gesehen“, erzählt Yuka begeistert. Hier gehe das Leben viel geruhsamer vonstatten als in den japanischen Metropolen. Am kommenden Wochenende heißt es für die jungen Leute Abschied nehmen von Usedom. Dann geht es noch für zwei Tage nach Berlin, bevor alle wieder mit vielen Eindrücken im Gepäck in ihre teils fernen Heimatländer zurückkehren werden. Den kürzesten Rückweg wird die 24-jährige Schweizerin Simone haben. Für die Grundschullehrerin aus Luzern ist es dieses Jahr nach einem Workcamp in London schon das zweite. Schließlich seien die internationalen Camps „ein guter Weg, die Welt kennen zu lernen“.


eingereicht von : Dietmar Pühler am 15.09.2007, 15:45 Uhr


 
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