News
Die Heimkehr eines weit gereisten Pommern
Der 1940 in Swinemünde geborene Maler und Grafiker überlebte den Bombenhagel des 12. März 1945 nur dank der weisen Voraussicht seines Vaters, der schon vier Jahre zuvor einen Luftschutzkeller hinter dem Wohnhaus der Familie am Bollwerk 42 angelegt hatte. Im Oktober 1945 flohen die Burwitz´ dann in die Bundesrepublik, wo sie bis 1958 lebten.
Danach führte der Weg des jungen Nils Burwitz samt Familie nach Südafrika und Namibia. An der Witwatersrand University Johannnesburg beendete er 1963 sein Kunststudium mit dem Bachelor of Arts. Mit hochrangigen Literaten, Musikern, Künstlern und Politikern engagierte er sich gegen das Apartheidsregime, Seite an Seite mit Persönlichkeiten wie Nadine Gordimer und Nelson Mandela.
Diese Erfahrungen machten Burwitz zu einem sensiblen Wanderer zwischen gesellschaftlichen Strukturen, aber auch zu einem kulturellen Botschafter zwischen Afrika und Europa. Seit 1976 lebt Burwitz mit seiner Familie in Valldemossa auf der spanischen Ferieninsel Mallorca.
Dort lernte er unter anderem den in Bansin geborenen Schriftsteller Hans-Werner Richter kennen, den er mehrmals porträtierte. So darf auch ein Porträt des großen Literaten aus der Hand von Nils Burwitz im Bansiner Hans-Werner Richter-Haus nicht fehlen. Auch dem spanischen Surrealisten Joan Miró, der in Palma de Mallorca lebte, widmete er eine bibliophile Edition, bestehend aus zwanzig Radierungen und Texten.
Sowohl die Druckgrafik von Richter als auch „Der unsichtbare Miró“ werden in der Villa Irmgard gezeigt, dazu etliche Aquarelle, Lithografien und Siebdrucke. Die Ausstellung von Nils Burwitz ist noch bis zum 16. September 2007 in Heringsdorf zu sehen.
Burwitz besuchte anschließend am Sonntag seine Geburtsstadt sowie den Golm, bevor er nach Spanien zurückkehrte. Wie er berichtete, sei er im heutigen Swinoujscie im doppelten Wortsinne sprachlos gewesen. Zum einen steht dort, wo einst sein Elternhaus am Bollwerk stand, heute das weithin sichtbare Kohlekraftwerk. Zum anderen bedauerte Burwitz, dass er in seiner Heimatstadt nicht mit den heutigen Bewohnern kommunizieren konnte, obwohl er als Weltbürger sechs Sprachen beherrscht. Er freute sich aber, dass auf dem Golm so viele Gästebucheinträge von unseren polnischen Nachbarn aus Swinoujscie zu finden sind. Nils Burwitz wird im Oktober wieder auf Usedom sein. Es scheint, als hätte der Pommer seine Heimat wiederentdeckt.