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Stolperhof ist das wohl größte Schwalben-Hotel des Landes

Insel Usedom. Den Stolperhof zieren schon viele Plaketten an seiner Hauswand. Viabono, Bed-und-Bike steht unter anderem darauf. Demnächst kommt eine weitere dazu, sie wird die Aufschrift „Schwalbenfreundliches Haus“ tragen. Damit wird die ökologische Ferienpension vom Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) ausgezeichnet. Dessen Landesverband hat das Projekt initiiert, das gemeinsam mit dem Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern beworben wird. Gestern fiel der offizielle Startschuss für die Aktion und schon gleich gab es die ersten sechs Bewerbungen, unter anderem vom Stolperhof.

Bei der NABU-Aktion geht es darum, Hotel-, Pensions- und Restaurantbesitzer zu ermutigen, die Glücksvögel an ihren Häusern zu dulden. Denn aus Sorge um die Verschmutzung durch Kot würden immer noch viele Schwalbennester gedankenlos beseitigt, obwohl sich dies durch die Anbringung von Holzbrettern unter den Nestern vermeiden ließ, so der Naturschutzbund.

Der NABU Mecklenburg-Vorpommern will deshalb solche Hausbesitzer mit der Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ auszeichnen, die die beliebten Sommervögel ungestört bei sich brüten lassen, berichtet die zuständige NABU-Naturschutzreferentin Britta Gronewold.

Der Stolperhof schießt, was die Anzahl der Brutpaare angeht, gewissermaßen den Vogel ab. Während die anderen Hotel- und Pensionsbesitzer so um die zehn Nester gemeldet hätten, so Britta Gronewold, kann der Stolperhof gleich mit mehr als 140 Mehl- und Rauchschwalbennestern aufwarten.

Die Hausherrin der Erlebnispension, Berit Poppe, ließ wissen, dass sie beim Abriss des alten Gebäudes vor acht Jahren gewartet habe, bis das einzige Mehlschwalbenpaar weggezogen sei. „Damals haben uns alle für verrückt erklärt“, erinnert sie sich. Sie sei aber davon überzeugt, dass ihr diese Maßnahme Glück gebracht habe. Drum steht auch heute an der Tür zur Schwalbennest-Kammer (auf dem Stolperhof heißen alle Gästezimmer `Kammer´) der Spruch „Wo bauen viele Schwalben, gibt´s viel Futter, Heu und Kalben.“

Ihre Hausgäste müssten sich zwar an die vielen umher schwirrenden Schwalben gewöhnen, dafür hielten Letztere den Stolperhof nahezu mückenfrei. Da nehme sie die reichlichen Hinterlassenschaften der Glücksvögel auch gerne in Kauf, selbst wenn sie jeden Tag die Fensterbretter saubermachen müsse.

Auf dem Hof finden die eifrigen Mückenvertilger alles, was sie brauchen. Der Badeteich und die Badekuhle von Berit Poppes Lieblingsschwein Arabella sorgen für das Baumaterial, die tolerante Pensionswirtin für sichere Unterkünfte und die zweibeinigen Hausgäste wiederum locken zusammen mit den Haustieren Unmengen an Mücken an. Ein wahres Schwalben-Paradies also, der Stolperhof. Ob die Auszeichnung „Schwalbenfreundliches Haus“ demnächst von Wetterfrosch Stefan Kreibohm, der die Aktion als Schirmherr unterstützt, überreicht wird, konnte NABU-Frau Britta Gronewold allerdings nicht bestätigen.


eingereicht von : Dietmar Pühler am 15.07.2007, 13:20 Uhr


 
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