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Musikfestival präsentiert "Norwegen - so nah"

Erstmals Ballettabend beim 14. Usedomer Musikfestival
Insel Usedom. Norwegen – so fern und doch so nah. Eigentlich ist das Land der Fjorde und Skilangläufer kein richtiger Ostsee-Nachbar. Doch die Organisatoren des Usedomer Musikfestivals, das alljährlich die Musikkultur eines Ostsee-Anrainerlandes in den Fokus stellt, haben geschickt den Bogen zum Nordseestaat geschlagen. Immerhin gehört das Königreich dem Ostseerat an, der sich mit wirtschaftlichen, kulturellen und ökologischen Fragen im baltischen Raum befasst.
Norwegen ist also das kommende Musikfestival-Partnerland - und es war einfach an der Reihe. Denn nachdem sich zuletzt Finnland und Schweden auf Usedom präsentieren konnten, wurde der Staffelstab nun weiter gereicht an das Land der Ibsens, Griegs und Munchs. Die kulturelle Vielfalt Norwegens wird vom 22. September bis zum 13. Oktober 2007 in 33 Veranstaltungen dem Usedomer Festivalpublikum nahe gebracht.
 
Wie im Vorjahr wird sich wieder ein runder Gedenktag als roter Faden durch das dreiwöchige Festival ziehen. Edvard Grieg, der norwegische Komponist schlechthin, verstarb am 4. September 1907 und lieferte somit eine Steilvorlage für Intendant Thomas Hummel. Grieg ist während des Festivals auch die Sonderausstellung „Edvard Grieg: Kunst und Identität“ in der Heringsdorfer „Villa Irmgard“ gewidmet.

Doch neben Grieg besteht die norwegische Musik auch aus einem Ole Bull, dem Paganini des Nordens oder den Komponisten Johan Svendsen und Harald Saeverud. Aber vor allem werden es junge Künstler sein, die ein erfrischendes Bild des norwegischen Musiklebens hinterlassen werden. Allen voran die erstmals drei „artists in residence“ Sigurd Slattebrekk (Klavier), Tine Helseth (Trompete) und Hennig Kraggerud (Violine), die jeweils für mehrere Veranstaltungen engagiert wurden.

Tine Helseth wird unter anderem einen Workshop in der Kreismusikschule Wolgast leiten. „Tine wollte unbedingt diesen Workshop haben“, verriet Hummel über das große Engagement des 19-jährigen Shooting-Stars. Auch Henning Kraggerud ist ein aufsteigender Stern am Musik-, ja vielleicht sogar am Filmhimmel. Denn der virtuose Geiger, der mit dem NDR-Sinfonieorchester beim Abschlusskonzert des Musikfestivals im Kraftwerk Peenemünde auftreten wird, ist auch auf der Leinwand zu sehen. Im Film „Ole Bull Himmelsstürmer“, der in Heringsdorf seine Deutschlandpremiere feiern wird, spielt er die Hauptrolle.

Längst ist aus dem Usedomer Musikfestival, das als reines Kammerorchester-Festival begann, eine Bühne für die unterschiedlichsten Musikstile geworden. So schließt der diesjährige musikalische Strauß Griegs Wurzeln in der Volksmusik ebenso mit ein wie Griegs Folgen in der elektro-akustischen Musik der Moderne. Auch Jazz gehört schon seit Jahren zum festen Repertoire. Und erneut kommt mit Jan Garbarek ein ganz Großer der Jazz-Szene auf die Insel Usedom.

Der norwegische Saxofonist mit polnischen Wurzeln wird im Rahmen seiner Deutschland-Tournee am 10. Oktober Station im Kursaal Heringsdorf machen. Ebenfalls feste Festival-Bestandteile sind das Ostsee-Musikforum mit David Garingas im Schloss Stolpe, die Preisträgerkonzerte, die Inselrundfahrt sowie Workshops und Schulprojekte.

Bei all dem Bewährten bleibt aber dennoch Raum für Neues. So wird es erstmals beim Usedomer Musikfestival einen Ballettabend geben, wenn das Norwegische Nationalballett in der Ahlbecker Lokhalle „September Dance 2007“ aufführt.

Das umfangreiche Festivalprogramm ist natürlich nur möglich, dank engagierter Partner. Darauf hat neben Intendant Thomas Hummel auch Rolf Seelige-Steinhoff, Vorsitzender des Fördervereins Usedomer Musikfreunde e.V. hingewiesen. Die beiden dankten gemeinsam mit dem Festival-Ehrenpräsidenten Georg Friedrich Prinz von Preußen den vielen Sponsoren und Förderern, die den 500.000 Euro-Etat des Festivals stemmen. Hummel hob stellvertretend das Engagement der Stadt Swinemünde hervor, die ihren Beitrag um hundert Prozent erhöht habe. Im Gegenzug darf sich die Stadt auf drei Veranstaltungen, unter anderem ein Sinfoniekonzert der Polnischen Kammerphilharmonie im Kulturhaus, freuen.

Für das gute Miteinander erhielt das Usedomer Musikfestival kürzlich den „Tryton“-Kulturpreis der polnischen Nachbarstadt, den Georg Friedrich Prinz von Preußen strahlend präsentierte. Sein Engagement für das Musikfestival begründete der Adlige damit, dass er etwas für den Kulturstandort Usedom tun wolle. Schließlich sei die Insel früher der bevorzugte Ferienort seiner Familie gewesen.

Weitere Infos: www.usedomer-musikfestival.de


eingereicht von : Admin am 03.05.2007, 08:40 Uhr


 
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