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Saison verlängernde Maßnahmen lassen Gästezahlen steigen

Usedom mausert sich zum Winterurlaubsziel

Insel Usedom. Mit Usedom verbindet der geneigte Urlauber für gewöhnlich Sonne, Strand und Meer. Jährlich zieht die „Badewanne Berlins“, wie das nordöstlichste deutsche Eiland seit der Kaiserzeit scherzhaft genannt wird, mehr als 1,2 Millionen Feriengäste an. Rund Dreiviertel davon reisen in den Monaten Mai bis Oktober auf die beliebte Sonneninsel. Dennoch ist es gerade das touristische Winterhalbjahr (November bis April), das in den Dreikaiserbädern Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin die größten Zuwachsraten zu verzeichnen hat.

Kamen 1997 in den „Winter“-Monaten (Januar bis April, November und Dezember) gerade einmal 31.000 Urlauber (17 % der Jahresgästezahl) in die drei Traditionsseebäder, so waren es 2005 schon mehr als 113.000 Wintergäste (31 % aller Urlauber). Damit wurde in der Nebensaison 2005 sogar das gesamte Jahresergebnis von 1993 mit nur 107.000 Gästen überboten.

Diese beeindruckende Entwicklung hat natürlich ihre Ursachen. So begannen die Tourismusverantwortlichen auf der zweitgrößten deutschen Insel vor etwas mehr als zehn Jahren, eine ganzjährige touristische Infrastruktur zu entwickeln. Wichtige Wegmarken in den Dreikaiserbädern waren die Eröffnung der Heringsdorfer Seebrücke mit überdachter Einkaufspassage und Kino (1995), der Ostseetherme (1996), des Forum Usedom mit dem historischen Kursaal (1997), der Spielbank Heringsdorf (1998) und der Eisarena am Heringsdorfer Strand (1999). Dazu kommt, wenn auch eingeschränkt in den Wintermonaten, die Ausflugsschifffahrt auf der Ostsee in die benachbarten polnischen Seebäder Swinoujscie (Swinemünde) und Międzyzdroje (Misdroy, Insel Wollin).

Hatten bis Mitte der Neunziger Jahre die meisten kleineren Hotels im Winter geschlossen, so wagten nach dem Bau der Ostseetherme immer mehr Häuser einen ganzjährigen Betrieb. Anfang des neuen Jahrtausends schwappte dann die Wellness-Welle auf die Insel Usedom, die sich ebenfalls begünstigend auf die Wintersaison auswirken sollte.

Als eines der ersten Häuser setzte das Heringsdorfer Strandhotel Ostseeblick auf den neuen Trend, andere wie das MARITIM-Hotel Kaiserhof Heringsdorf und das einzige Fünf-Sterne-Hotel in den Kaiserbädern, der Ahlbecker Hof, zogen nach. Heute gibt es laut der Usedom Tourismus GmbH (UTG) auf Usedom die größte Dichte an Wellness-Hotels. Immerhin werben 17 Usedomer Hotels, elf davon alleine in den Kaiserbädern, mit dem Qualitätssiegel des Deutschen Wellness-Verbandes (DWV).

Längst hat auch der Veranstaltungskalender mit dem gestiegenen Interesse an einem Winterurlaub an der Ostsee nachgezogen. So gibt es Lesungen, Diavorträge, Ausstellungen, Konzerte, Fotowanderungen in die winterliche Natur, Kremserfahrten in den Naturpark oder Führungen entlang der Bäderarchitektur-Promenade. Aber auch mit sportlichen Aktivitäten wie Schlittschuhlaufen und Eisstockschießen in der Eisarena, Nordic Walking am Strand und bei entsprechender Schneesituation auch Skilanglauf im Dünenwald kann Usedom im Winter punkten.

Schon lange kein Geheimtipp mehr ist ein Kurzurlaub in den Kaiserbädern zwischen den Jahren. Kurdirektor Dietmar Gutsche hat gar eine sich entwickelnde Tradition, den Jahreswechsel auf Usedom zu feiern, ausgemacht. Silvesterbälle, Beachpartys am Strand, spektakuläre Feuerwerke an den drei Seebrücken und Neujahrskonzerte locken Jahr für Jahr mehr Menschen auf die Insel. Besonders über das zunehmend jüngere Publikum freut sich Kurdirektor Gutsche. Viele von ihnen hätten sogar schon für das nächste Jahr gebucht.

Wie er sieht auch Uwe Hanusch, MARITIM-Chef und derzeitiger DEHOGA-Kreisvorsitzender, noch Reserven in der Vor- und Nachsaison. „Wir dürfen uns nicht zurücklehnen und brauchen mehr Pfiffigkeit“, lautet sein Credo. An einigen Ideen werde bereits gearbeitet. Der passionierte Nordic Walker verriet immerhin schon mal, dass er sich auch gut Skilanglaufen am Heringsdorfer Strand vorstellen könne.



eingereicht von : Dietmar Pühler am 27.02.2007, 20:52 Uhr


 
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