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Usedomer Bäderbahn schließt 2006 mit Rekordergebnis ab

UBB beförderte im abgelaufenen Jahr mehr als 3,4 Mio. Fahrgäste

Insel Usedom. Mit einem neuen Rekordergebnis rechnet die Usedomer Bäderbahn (UBB) im zu Ende gehenden Jahr 2006. Vermutlich wird in den letzten Tagen des alten Jahres die 3,4 Millionen-Marke geknackt. Damit fanden rund 200.000 Fahrgäste mehr als im Vorjahr den Weg in die modernen Triebwagen des Tochterunternehmens der Deutschen Bahn AG.
Zufrieden äußerte sich kurz vor Jahresende UBB-Chef Jörgen Boße mit dem dreiprozentigen Fahrgastzuwachs: „Wir haben unser Ziel, noch mehr Fahrgäste auf die Schiene zu bringen, erreicht“. Zu dem Rekordergebnis hätten vor allem die Berufspendler beigetragen, bei denen um 20 Prozent zugelegt werden konnte. Boße führt deren Umsteigen auf die UBB vor allem auf die gestiegenen Spritpreise zurück. So sei die Monatskarte für eine Strecke von 40 Kilometern günstiger als allein die Benzinkosten für einen Mittelklasse-Wagen. Die Fixkosten sind in dieser Rechnung noch nicht einmal mitberücksichtigt, betonte Boße.

Dennoch bilden die Pendler mit zehn bis fünfzehn Prozent noch die Minderheit. Auch der Schülerverkehr spielt, im Gegensatz zum Busverkehr im Landkreis, bei ähnlich niedrigem Anteil keine besondere Rolle. Nach wie vor ist die UBB in erster Linie eine Urlauberbahn, denn mit 70 Prozent machen Feriengäste den Löwenanteil der Passagiere in den Niederflurzügen aus.

Die sorgten auch 2003 für den bisherigen Spitzenwert von 3,3 Millionen Fahrgästen. Damals reisten vierzehn Prozent aller Usedom-Urlauber mit der Bahn an. In den Folgejahren brach dieser Wert auf nur noch sechs Prozent ein. Erst 2006 hätte wieder ein Anstieg der Bahnanreisenden registriert werden können, berichtete der UBB-Geschäftsführer.

Den nächsten Fahrgastanstieg erwartet Jörgen Boße erst wieder im Jahr 2008, wenn sich die Streckenverlängerung über die Grenze hinweg nach Swinemünde-Bad bemerkbar machen wird. Noch Zukunftsmusik ist dagegen, dass Greifswald nach der Kreisgebietsreform die neue Hauptstadt „Südvorpommerns“ wird. Sollte es dazu kommen, wäre das Knacken der 4 Millionen-Schallmauer für die UBB keine Utopie.

Ebenfalls keine Utopie soll die Wiederinbetriebnahme der sogenannten Südanbindung Usedoms an das Festlandschienennetz über die Karniner Brücke bleiben. Dazu wurden mit dem Integrierten Verkehrsentwicklungskonzept Usedom-Wollin in diesem Jahr die Weichen gestellt.

Vorerst müssen Bahnreisende aber noch den längeren Weg über Züssow in Kauf nehmen. Im Sommer 2006 konnte dort immerhin ein Qualitätssprung erreicht werden. Das Umsteigen ist dort nunmehr auf einem neuen Mittelbahnsteig möglich. Dadurch verkürzen sich die Fußwege und auch die Ein- und Ausstiege sind auf dem Hochbahnsteig bequemer wie zuvor auf den alten schiefen Tiefbahnsteigen.

Die Usedomer Bäderbahn erhielt laut Boße auch 2006 bei einer Fahrgastbefragung überwiegend positive Bewertungen. Insbesondere das Erscheinungsbild der Bahnhöfe und das Sicherheitsgefühl in den Zügen hätten wiederholt lobende Erwähnung gefunden. Doch auch der eine oder andere Wermutstropfen war mit dabei. So gab es Kritik in Bezug auf die Fahrradbeförderung und an der Höhe der Fahrpreise.

Für 2007 seien jedoch keine größeren Änderungen der Tarife geplant. Zufrieden zeigte sich Boße neben dem Kerngeschäft auch mit den Busreisen, mit denen sein Unternehmen in diesem Jahr startete. Bekanntlich bietet die UBB mit vier Reisebussen Tagesfahrten unter anderem nach Hamburg, Kiel und Kopenhagen an. Künftig sollen die Busse wenigstens an 250 Kalendertagen brummen.


eingereicht von : Dietmar Pühler am 08.01.2007, 22:22 Uhr


 
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