News

Mit Akribie für den Naturschutz

NABU-Kreisvorsitzender Werner Scheibelt zieht Jahresbilanz

Karlshagen. Das nahende Jahresende ist immer auch eine Zeit des Bilanzierens, so auch für den Kreisverband des Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU). Dessen Vorsitzender Werner Scheibelt tat dies jetzt bei der Weihnachtsfeier im Naturschutzzentrum Karlshagen.
Das Jahr 2006 fing gut an für die Naturschützer, denn bei der im Januar durchgeführten Mittwinterzählung wurden mit 64.974 Vögeln so viele erfasst wie nie zuvor. Scheibelt führt dies auf den strengen Frost zurück: „Sonst haben wir in milden Wintern höchstens 37.000 Vögel gezählt.“ Insgesamt registrierten die 25 Helfer bei der zweitägigen Zählung 38 Arten.

Witterungsbedingt spät in Gang kam die Amphibienwanderung. Die zehn NABU-Mitstreiter erfassten zwischen dem 28. März und dem 15. Mai 3.424 Amphibien. Das sind etwas mehr als im Vorjahr. Das Gros stellen dabei Braunfrösche (87%) und Erdkröten (9%). Als Exot registrierten die Naturschützer eine fünfbeinige Jungkröte.

Das Storchenjahr fiel auf Usedom hingegen nicht besonders gut aus. Von 22 Paaren brüteten nur siebzehn erfolgreich. Dabei erblickten 49 Jungstörche das Licht der Welt. In Gellenthin, Westklüne und Görke durften sich die Storcheneltern über Vierlinge freuen. In Alt-Sallenthin kam es in diesem Frühjahr zur ersten erfolgreichen Brut.

Doch der NABU zählt nicht nur Adebar & Co., sondern leistet auch aktiven Naturschutz. So wurden mit behinderten Jugendlichen fünf Insektenhotels in Koserow (2), Peenemünde, Trassenheide und im Wisentgehege Prätenow errichtet. Das Geld für die Baumaterialien wurde durch die „Aktion Mensch“ zur Verfügung gestellt.

Das Wisentgehege ist so etwas wie der Stolz des Insel-NABU. Wie schon im Vorjahr pilgerten auch 2006 über 10.000 Besucher dorthin. Anfang August kam als weitere Attraktion ein Spiel- und Kletter-Baumhaus dazu.

Kritisch ging der NABU mit etlichen Planungen ins Gericht. So protestierte er gegen die Atommülltransporte aus den alten Bundesländern nach Lubmin. Zudem kritisierte Scheibelt die dortigen Pläne für ein Steinkohlekraftwerk: „Für den Tourismus wäre das der Super-Gau.“ Eine Absage erteilte der NABU den Plänen des Tourismusverbandes, die Achterlandküste radtouristisch zu erschließen. „Nicht jeder Deich braucht einen Radweg“, meinte Scheibelt.

Lob ging schließlich noch an die Adresse von E.ON-edis. Der Energieversorger habe sich gemausert und in letzter Zeit viel zum Schutz der Vögel getan, z. B. durch die Montage von Plastikschuhen auf die Isolatoren von Hochspannungsleitungen. Der NABU-Kreisverband zählt derzeit 66 Mitglieder, darunter 10 Aktive.


eingereicht von : Dietmar Pühler am 08.01.2007, 22:21 Uhr


 
Nur angemeldete Benutzer dürfen Kommentare verfassen. Zur Registrierung/Anmeldung