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Kongress "Ökologische Begegnungen auf der Insel Wollin"

Deutsch-polnische Annäherungen in Sachen Ökologie

Misdroy. Der auf der deutschen Seite Usedoms bisher weitgehend unbekannte Gemeindeverband der Insel Wollin (Związek Gmin Wyspy Wolin) lud am Montag anlässlich seines fünfzehnjährigen Bestehens zur Konferenz „Ökologische Begegnungen auf der Insel Wollin“ ein. Mitveranstalter waren die Inselfreunde Usedom e.V.
Der Gemeindeverband ist ein Zusammenschluss der Gemeinden Dievenow, Misdroy und Wollin. Er ist zuständig für: Raumordnung und Tourismus, Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutz, Errichtung von Kläranlagen und Kanalisationseinrichtungen sowie Bewirtschaftung der Trinkwasservorräte.

Urszula Jakuczun, langjährige Vorsitzende des Verbandes, stellte als größten Erfolg die Errichtung von vier Abwasserklärwerken in den Jahren 1999 bis 2001 heraus, die zu einer nachweislichen Verbesserung der Gewässerqualität führten. Für den Gemeindeverband stehe der Tourismus an erster Stelle, doch wolle man ihn so angehen, dass die Umwelt keinen Schaden nehme.

Eine ähnlich beeindruckende Bilanz konnte Bolesław Kilian vom Umweltschutz- und Wasserhaushaltsfonds der Woiwodschaft Westpommern vorweisen. So hätte der Fonds in den zehn Jahren seines Bestehens 112 Umweltbildungsprojekte mit insgesamt über 2 Mio. Euro gefördert sowie in den vergangenen fünf Jahren 21 Umweltbildungseinrichtungen gegründet, womit man in Polen an der Spitze stehe.

Der Leiter des Nationalparkes Wollin, Ireneusz Lewicki, und sein Amtskollege Ulf Wigger vom Naturpark Insel Usedom lobten die vorbildliche grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Bereich des Naturschutzes. Gemeinsam wolle man nun auch über das neue europäische Förderprogramm Interreg IV einen Projektantrag stellen. Wigger ließ vorerst nur so viel wissen, dass das Projekt, das in beiden Schutzgebieten umgesetzt werden soll, bilingualen Inhalts sei.

In einem weiteren Vortrag ging sein Mitarbeiter Dirk Weichbrodt auf zwei Artenschutzprojekte ein, bei denen der Naturpark von den Aktivitäten der Wolliner Kollegen profitieren konnte. Das sei bei der Wiederansiedlung des Uhus genau so gewesen wie bei der Einrichtung des NABU-Wisentgeheges in Prätenow.

Wolfgang Abraham stellte den polnischen Teilnehmern die Inselfreunde als einen Verein vor, der „eine Art Frühwarnsystem für Fehlentwicklungen“ sein wolle. Es müsse gelingen, trotz Tourismus- und Verkehrszuwachs, die Inseln zu bewahren. Sonst säge sich der Tourismus den Ast ab, auf dem er sitzt. Für ihn verliefen die Politiklinien nicht zwischen der deutschen und polnischen Seite, sondern vielmehr zwischen den unterschiedlichen Interessengruppen auf den Inseln. Abraham kündigte bei seinem Referat über das Verkehrsentwicklungskonzept an, dass ein Folgeprojekt in Vorbereitung sei. Darin soll es um ein touristisches Mobilitätsmanagement gehen.

Abschließend ließen die Veranstalter wissen, dass die Konferenz der Auftakt für weitere gemeinsame Veranstaltungen gewesen sei. So soll nächstes Jahr eine solche Tagung auf Usedom stattfinden. Zudem sollen laut Krzysztof Dąbrowski, Gemeindeverband Insel Wollin, konkrete Projekte angegangen werden, z. B. bei der Entwicklung von Radwegen.


eingereicht von : Dietmar Pühler am 10.11.2006, 15:19 Uhr


 
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