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Großer Bahnhof an der Endhaltestelle Ahlbeck-Grenze

Usedomer Bäderbahn soll im Herbst 2007 nach Swinemünde fahren

Ahlbeck/Swinemünde. Seit 1997 rollen die Züge der Usedomer Bäderbahn (UBB) bis zum Grenzübergang Ahlbeck-Swinemünde. Genau zehn Jahre später soll der zweite Schritt folgen. Dann sollen, so der Wunsch von UBB-Geschäftsführer Jörgen Boße, seine modernen Triebwagen auf dem 1,5 Kilometer langen Neubauabschnitt auf polnischer Seite zum vorläufigen Endhaltepunkt Swinemünde-Zentrum fahren. In weiteren sechs Jahren soll dann die Verlängerung zum Flughafen Heringsdorf realisiert sein.
Dafür, dass im Herbst 2007 die Streckenfreigabe erfolgen kann, legten jetzt Vertreter beider Seiten am Prellbock unmittelbar vor dem Grenzzaun den Grundstein. Die ungewöhnlich hohe Anzahl wichtiger Gäste und Pressevertreter bei der feierlichen Unterzeichnung der Pachtverträge machen die Bedeutung der Bahnverlängerung in die polnische Nachbarstadt deutlich.

So waren der Marschall der Wojewodschaft Zachodniopomorski (Westpommern), Zygmunt Meyer, und der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern, Sebastian Schröder, zur Staatsgrenze auf Usedom gekommen, um dem historischen Akt beizuwohnen.

"Dass ein deutsches Eisenbahnunternehmen auf ausländischem Territorium bauen darf, ist bisher einmalig", sagte der Wirtschaftsstaatssekretär in Ahlbeck. Zu der Urkundenunterzeichnung, die der stellvertretende Stadtpräsident von Swinemünde, Andrzej Szczodry, sowie der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn AG, Dr. Joachim Trettin, vollzogen, waren zudem Vertreter des Bundesverkehrsministeriums, der Deutschen Bahn und andere Projektbeteiligte angereist.

Mit dem Pachtvertrag über 30 Jahre gab die Stadt Swinemünde die Fläche für den Trassenbau frei. Laut Andrzej Szczodry bedarf es allerdings noch der Betriebsgenehmigung für die UBB durch die polnischen Behörden, bevor der erste Spatenstich vollzogen werden kann. Er rechne allerdings nicht vor Dezember mit der Baufreigabe.

Die Streckenverlängerung von der Grenze bis ins Zentrum von Swinemünde wird mit 1,8 Millionen Euro von der Europäischen Union und dem Land bezuschusst - das sind 90 Prozent der förderfähigen Kosten. Die Stadt Swinemünde übernahm die Bereitstellung der Grundstücke und die Verwaltungsformalitäten zur Vorbereitung des Projekts. Bereits die Verlängerung der Gleise von Ahlbeck bis zur Grenze ist mit rund einer Million Euro gefördert worden.

"Bisher müssen Bahnreisende aussteigen und die Grenze zu Fuß passieren. Mit der durchgehenden Verbindung wird die Reise komfortabler und die Reisezeit deutlich kürzer", sagte Schröder. "Die Strecke ist wichtig für die verkehrstechnische Entwicklung der Euroregion." Schon jetzt nutzten jährlich bis zu sechs Millionen Reisende den Grenzübergang Ahlbeck/Swinemünde. "Wenn die Usedomer Bäderbahn Ahlbeck und Swinemünde direkt verbindet, wird der Übergang noch stärker genutzt werden", so Schröder. Die Bäderbahn rechnet damit, dass dann bis zu einer Million Reisende jedes Jahr auf der Strecke fahren.


eingereicht von : Dietmar Pühler am 07.08.2006, 21:56 Uhr


 
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