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Heringsdorf erlebt Kaisertage bei Kaiserwetter

Buntes Treiben auf dem Sportplatz und Festumzug

Heringsdorf. Die neunten Heringsdorfer Kaisertage gingen am Wochenende mit viel Sonnenschein über die Bühne. Anders als in den Vorjahren fand das Geschehen fast ausschließlich auf dem Sportplatz neben der Seebrücke statt. Dort waren zwei Bühnen aufgebaut und der Kunsthandwerkermarkt angesiedelt.

Bereits am Mittwoch fiel der Startschuss für den Kunsthandwerkermarkt und das Kulturprogramm mit dem ukrainischen Quartett „Retro Classic“ und dem Kindertheater „Zauberwald Märchenpalast“. Auf dem Sportplatz wurden hochwertige Handarbeiten feilgeboten, wie Keramik und Töpferwaren, Naturtextilien, Schmuck, Holzarbeiten sowie allerlei Leckereien.

Am Samstag wurde das Gedränge auf dem Sportplatz größer, denn nun kam noch der Nostalgische Jahrmarkt mit Schauhandwerkern anno 1900 hinzu. Kinder konnten Kerzen ziehen und filzen, starke Männer ihre Kraft am „Hau den Lukas“ unter Beweis stellen und Frauen sich in die Kunst des Spinnens einführen lassen.

Höhepunkt der diesjährigen Kaisertage war einmal mehr die Ankunft des Kaiserpaares bei Kaiserwetter und der Festumzug über die Promenade. Zum Bedauern vieler Teilnehmer verlief die Route nicht auf dem gewohnten Weg durch das historische Zentrum, sondern auf direktem Weg über die Promenade zum Sportplatz. Viel zu kurz war der Umzug, dem überdies die prächtige Bäderarchitektur als Kulisse fehlte.

So kam denn auch Kritik aus den Reihen der Besucher sowie der Schausteller, dass der Ort des Geschehens nicht glücklich gewählt sei. Der Sportplatz bietet zwar die optimale Fläche für einen Rummelplatz, jedoch fehlt dort das besondere Flair, das in der Friedenstraße und am Friedensplatz gegeben war. Nach diesen Eindrücken dürfte das Experiment auf dem Sportplatz eine Eintagsfliege gewesen sein.

Positiv herausstreichen muss man aber ganz deutlich das Engagement vieler Einheimischer, die sich mit Kostümen des Theaters Vorpommern einkleideten und am Festumzug teilnahmen. Ein weiterer Hingucker waren die Volkstanz- und Trachtengruppe „Dei Lieper Winkel´schen Danzlüh“, das halbe Dutzend geschmückter Kutschen sowie der Oldtimerbus des Hotels Ahlbecker Hof.

Um 23 Uhr beschloss am Samstag ein Höhenfeuerwerk das mehr als zwölfstündige Programm. Der Sonntag begann mit einem gut besuchten Ökumenischen Gottesdienst auf dem Festplatz. Pfarrerin Beate Kempf-Beyrich von der Ev. Kirchengemeinde Heringsdorf leitete mit Gerd Panknin, Ev. Kirchengemeinde Ahlbeck, und Andreas Sommer, Kath. Kirchengemeinde Zinnowitz/Heringsdorf, den Freiluftgottesdienst, der fester Bestandteil der Kaisertage ist. Der Gottesdienst stand unter dem Motto „Reisegeschichten in der Bibel“.

Gegen Abend wurde das Kaiserpaar wieder verabschiedet. Länger als die Hohenzollern blieben die Gäste aus Beckum. Rund fünfzig Personen kamen aus der Partnerstadt zu einem viertägigen Besuch nach Heringsdorf. Einige von Ihnen ließen sich ebenfalls nicht den Spaß nehmen, in historischem Gewand am Festumzug teilzunehmen.


eingereicht von : Dietmar Pühler am 25.07.2006, 14:48 Uhr


 
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