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Die zweisprachigen Träume des Bruder Jakob

Grundschüler aus Benz und Swinemünde-Przytór spielten bilinguale Erzählung

Benz/Przytór. Gleich zwei Premierenvorstellungen hatten die 16 Schülerinnen und Schüler der Evangelischen Grundschule Benz und der Johannes-Paul II-Grundschule in Swinemünde-Przytór am Ende ihres fünfmonatigen deutsch-polnischen Theaterprojektes zu absolvieren. Mitte Juni führten die Kinder das selbst entwickelte Bühnenstück „Bruder Jakob“ zunächst in der Dorfkirche Benz, dann in der Grundschule Nr. 9 in Przytór auf. Gekommen waren viele Kinder sowie Eltern, Großeltern und die Lehrerinnen der acht deutschen und acht polnischen Kinder.
Im Zentrum der Aufführungen stand das Lied „Bruder Jakob/Panie Janie“, das die Kinder am Anfang ihres Theaterprojektes im Januar so sehr lieb gewonnen hatten. Es leitete die Geschichte vom schlafenden Bruder Jakob ein, dessen Träume die Kinder nachfolgend spielten. Projektleiterin Jolanta Janczykowska vom Studio für Ästhetisches Wahrnehmen SOL in Swinemünde ließ die Inspirationen der Grundschüler, die sich einmal wöchentlich während der Unterrichtszeiten in ihrem Tanzsaal trafen, in ihre Choreografie einfließen.

So tanzen die Kinder im ersten Traum so laut Ringelreihen, dass Jakob wach wird. Als er aufsteht, um nach dem Rechten zu sehen, stellen sich plötzlich alle Kinder schlafend. Jakob geht wieder ins Bett und träumt weiter, während die Traumkinder ungestört weiterspielen können. Jakobs zweiter Traum handelt „Vom Bäumchen, das andere Blätter hat gewollt“, einer Geschichte von Friedrich Rückert.

Die Träume spielten die Kinder abwechselnd in Deutsch und Polnisch, wie auch der bekannte Kanon in beiden Sprachen gesungen wurde. Mit modernen Klängen begleitete Emil Józefiak aus Swinemünde die Aufführung. Zu seinem Handwerkszeug zählten Flöten, Bongos, Flaschen und diverse Rhythmusinstrumente. Zwei Schüler durften ihn beim Geräuschemachen begleiten.

Für Jolanta Janczykowska war eine Textpassage des ersten Traumes sinnbildlich für die Arbeit der letzten Monate. Die Kinder sprachen „Wir suchen uns. Wir leben uns“. Die Frucht der Mühen sei eine große Sympathie dem anderen gegenüber, meinte sie in ihrem Resümee. So sei das Schönste für die Kinder, aber auch für sie selbst, die Überwindung der Barrieren von Fremdsein und Angst voreinander gewesen.

Das bilinguale Theaterprojekt fand im Rahmen des Deutsch-polnischen Jahres statt und wurde vom Internationalen Büro des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in Bonn unterstützt. Die Projektleiterin dankte insbesondere Anna Murawska-Pühler vom Förderverein Benzer Kinder e.V., die das Projekt anschob und die wöchentlichen Fahrten über die Grenze organisierte. Auch den polnischen und deutschen Grenzschützern wurde Dank für die verständnisvolle Abwicklung am Grenzübergang Ahlbeck/Swinemünde gezollt.

Erfreut zeigte sich Alicja Miller, Schulleiterin in Swinemünde-Przytór, über die Teilnahme von Uwe Schulz, dem Leiter des Schulverwaltungsamtes Ostvorpommern, bei der Aufführung in der polnischen Grundschule. Schulz gilt als großer Unterstützer einer bilingualen Ausbildung von der Grundschule bis zum Abitur.


eingereicht von : Dietmar Pühler am 25.06.2006, 17:07 Uhr


 
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