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Trotz Gästezuwachs schlechtere Auslastung in Kaiserbädern
Die „3 Kaiserbäder“ legen ihren Tourismusbericht 2005 vor
Seebad Heringsdorf. Die gute Nachricht lautet: Im Jahr 2005 konnten die drei Kaiserbäder, bezogen auf den gewerblichen Sektor, ihre Gästezahlen um 6,3 % auf 366.711 steigern. Doch die schlechte Nachricht folgt auf dem Fuß, denn gleichzeitig gingen die Übernachtungszahlen um 0,5 % zurück.
Seebad Heringsdorf. Die gute Nachricht lautet: Im Jahr 2005 konnten die drei Kaiserbäder, bezogen auf den gewerblichen Sektor, ihre Gästezahlen um 6,3 % auf 366.711 steigern. Doch die schlechte Nachricht folgt auf dem Fuß, denn gleichzeitig gingen die Übernachtungszahlen um 0,5 % zurück.
Diese Diskrepanz resultiert aus der gesunkenen durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 5,1 Tagen gegenüber 5,5 im Vorjahr. Diese Zahlen gehen aus dem Tourismus-Bericht 2005 des Eigenbetriebes Kaiserbäder Insel Usedom hervor, der kürzlich von Kurdirektor Dietmar Gutsche und Markteting-Leiter Bert Balke vorgestellt wurde.
Nach Aussagen Balkes seien die Übernachtungszahlen insbesondere im Frühling deutlich in den Keller gegangen (April: -23,7%, Mai: -3,9 %, Juni: -9,9 %), während die Herbst- und Wintermonate (Januar: + 30 %) Zuwächse zu verzeichnen hatten. Allerdings konnte das Spätjahr die Verluste des ersten Halbjahres nicht kompensieren. So waren unter dem Strich rund 9.000 Übernachtungen im gewerblichen Bereich weniger zu verbuchen als im Jahr 2004.
Die Auswertung der Kurtaxabrechnungen ergab noch weitere Erkenntnisse. Demnach ist die Auslastung der erfassten Betten auf den niedrigsten Wert seit sieben Jahren gesunken. Betrug sie 2004 noch 128 Tage, so waren es 2005 nur 120 Tage.
Das schwache Frühjahr und die gestiegene Bettenkapazität verlangten „nach gezielter Weiterführung der Marketingaktivitäten - einerseits bezogen auf eine klare Marken- und Imagebildung und andererseits bezogen auf … Produkte wie u.a. Wellness & Kultur“, so Balke. Dabei dürfte er vor allem an den Berliner Markt gedacht haben.
Schließlich verrät die Herkunftsstatistik, dass die Bundeshauptstadt weiterhin Spitzenreiter bei den Quellgebieten ist, gefolgt von Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Sachsen. Allerdings verzeichneten Berlin und Brandenburg einen geringeren anteiligen Zuwachs, während die Gästeanteile aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen auf hohem Niveau konstant geblieben seien, heißt es im Report. Gleichwohl bildeten die Gäste aus diesen vier Bundesländern „die stabilste auch außerhalb des Sommers reisende Gästeklientel“. Interessanterweise stehen die „3 Kaiserbäder“ stärker in der Gunst westdeutscher Urlauber als der Rest der Insel Usedom.
Bei den ausländischen Gästen, ihr Anteil sank 2005 unter 1 %, führt nach wie vor die Schweiz, glaubt man den Kurtaxabrechnungen des Eigenbetriebes. Demnach reisten im vergangenen Jahr 998 Schweizer in die Kaiserbäder, gefolgt von Österreichern (287) und Schweden (210). Legt man die Angaben des Statistischen Landesamtes zu Grunde, sieht das Bild etwas anders aus. Die Landesbehörde sieht Schweden (917) vor der Schweiz (883) und Österreich (254).
Balke vermutet hinter diesen Unterschieden eine gewisse Grauzone bezüglich der durch die Kurtaxabrechnung gewonnenen Zahlen. Sei´s drum, im Usedomer schwedischen Jahr sei den Nordlichtern der Platz an der Sonne vergönnt. Die Schweizer werden es gelassen sehen, die Pommern auch.