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Quo vadis, Peenemünde?
Museumsdirektor Dirk Zache nimmt Abschied vom HTI
Peenemünde. Mit dem Namen des Historisch-Technischen Informationszentrums (HTI) Peenemünde war ein Jahrzehnt lang der Name Dirk Zache untrennbar verbunden. Seit 1996 leitete der gebürtige Ulmer das HTI, heute ist sein letzter Arbeitstag. Seinen Abschied nimmt er mit einem Paukenschlag - bei der Eröffnung des Usedomer Musikfestivals im Turbinensaal des Kraftwerks Peenemünde.
Peenemünde. Mit dem Namen des Historisch-Technischen Informationszentrums (HTI) Peenemünde war ein Jahrzehnt lang der Name Dirk Zache untrennbar verbunden. Seit 1996 leitete der gebürtige Ulmer das HTI, heute ist sein letzter Arbeitstag. Seinen Abschied nimmt er mit einem Paukenschlag - bei der Eröffnung des Usedomer Musikfestivals im Turbinensaal des Kraftwerks Peenemünde.
Zache trat 1996 ein schweres Erbe an. Denn vier Jahre zuvor sorgten seine Vorgänger für einen internationalen Eklat, als sie just 50 Jahre nach der Bombardierung englischer Städte mit der in Peenemünde entwickelten V 2 den Ort als „Geburtsort der Raumfahrt“ feiern wollten, ohne auch nur mit einem Wort auf die Verantwortung für die Rüstungsproduktion einzugehen.
Es sollte Jahre dauern, bis der Makel der Geschichtsklitterung abgelegt war. Dass es dazu kam, ist das Verdienst von Dirk Zache. Er setzte oft auch gegen die Widerstände in der Gemeinde, die das HTI als Eigenbetrieb unterhält, sein Museumkonzept durch. Danach sollte in Peenemünde die Ambivalenz zwischen dem „Traum von der Raumfahrt“ und der „Entwicklung todbringender Waffen“ thematisiert werden. Mit dem Umbau des Kraftwerks zum Museum, der kompletten Neugestaltung der Ausstellung und dem Aufbau eines internationalen Begleitprogrammes ist ihm dies gelungen.
Zaches größter Erfolg ist aber zweifellos die Realisierung seiner Idee, zum 60. Jahrestag des ersten Raketenstarts in Peenemünde das „War Requim“ von Benjamin Britten in der Turbinenhalle erklingen zu lassen. Im Herbst 2002 war die 1.000 Personen fassende Halle zum Konzertsaal umgebaut. Hohe Gäste fanden sich ein, wie der ehemalige sowjetische Präsident Michail Gorbatschow und der damalige Bundespräsident Johannes Rau sowie die Botschafter der am Krieg beteiligten Nationen. Peenemünde, einst Ort des Krieges, sandte ein Zeichen der Versöhnung in die Welt.
Obwohl daraufhin die Öffentlichkeit und die große Politik voll des Lobes über die Entwicklung des HTI waren, wehte Zache ein immer schärferer Wind entgegen. Kritiker aus der Gemeinde warfen ihm populistisch vor, mit seinem „informationsüberfrachteten“ Museumskonzept für den Besucherschwund verantwortlich zu sein, um ihr bereits 1992 gescheitertes „Wiege der Raumfahrt“-Konzept wieder salonfähig zu machen.
Im Frühjahr hatte der Schwabe dann erkannt, dass es Zeit zum Kofferpacken ist. Er bewarb sich beim Westfälischen Industriemuseum in Dortmund und hatte Erfolg. Jetzt warten rund um die Ruhrmetropole acht Museen, rund 200 Mitarbeiter und eine neue Herausforderung auf ihn.
Es sollte Jahre dauern, bis der Makel der Geschichtsklitterung abgelegt war. Dass es dazu kam, ist das Verdienst von Dirk Zache. Er setzte oft auch gegen die Widerstände in der Gemeinde, die das HTI als Eigenbetrieb unterhält, sein Museumkonzept durch. Danach sollte in Peenemünde die Ambivalenz zwischen dem „Traum von der Raumfahrt“ und der „Entwicklung todbringender Waffen“ thematisiert werden. Mit dem Umbau des Kraftwerks zum Museum, der kompletten Neugestaltung der Ausstellung und dem Aufbau eines internationalen Begleitprogrammes ist ihm dies gelungen.
Zaches größter Erfolg ist aber zweifellos die Realisierung seiner Idee, zum 60. Jahrestag des ersten Raketenstarts in Peenemünde das „War Requim“ von Benjamin Britten in der Turbinenhalle erklingen zu lassen. Im Herbst 2002 war die 1.000 Personen fassende Halle zum Konzertsaal umgebaut. Hohe Gäste fanden sich ein, wie der ehemalige sowjetische Präsident Michail Gorbatschow und der damalige Bundespräsident Johannes Rau sowie die Botschafter der am Krieg beteiligten Nationen. Peenemünde, einst Ort des Krieges, sandte ein Zeichen der Versöhnung in die Welt.
Obwohl daraufhin die Öffentlichkeit und die große Politik voll des Lobes über die Entwicklung des HTI waren, wehte Zache ein immer schärferer Wind entgegen. Kritiker aus der Gemeinde warfen ihm populistisch vor, mit seinem „informationsüberfrachteten“ Museumskonzept für den Besucherschwund verantwortlich zu sein, um ihr bereits 1992 gescheitertes „Wiege der Raumfahrt“-Konzept wieder salonfähig zu machen.
Im Frühjahr hatte der Schwabe dann erkannt, dass es Zeit zum Kofferpacken ist. Er bewarb sich beim Westfälischen Industriemuseum in Dortmund und hatte Erfolg. Jetzt warten rund um die Ruhrmetropole acht Museen, rund 200 Mitarbeiter und eine neue Herausforderung auf ihn.