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Soziales Engagement ist Pflicht

In diesem Jahr feiert die weltweit tätige Organisation der Rotarier ihren 100. Geburtstag. In Greifswald existiert seit 1991 ein Club.
Greifswald - „In der älteren Geschichte waren die Rotary Clubs sicher elitär“, meint Professor Martin Onnasch. Er ist der aktuelle Vorsitzende des 49 Mitglieder zählenden Greifswalder Rotary Clubs, der 1991 durch den Club Hamburg Dammtor ins Leben gerufen wurde. Der Vorsitz wechselt jährlich.
„Die ostdeutschen Clubs, die ich kenne, sind sehr gesellschaftsnah“, so Martin Onnasch. „Ein bestimmtes Vermögen oder eine bestimmte Stellung sind keine Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft. Wer dienstbereit ist, der ist willkommen. Politische und geschäftliche Dinge sollen außen vor bleiben.“
Jeden Montag treffen sich die Rotarier in der „Fähre“. „Es wird immer ein Vortrag von etwa 20 Minuten gehalten“, erzählt Carl Draeger, der dem Klub von Anfang an angehört. „Das weitet den Blick. Bei über 40 Berufsgruppen ist ein breites Spektrum vertreten.“ Im Grundsatz soll jede Berufsgruppe nur einmal vertreten sein. Das wird heute nicht mehr so streng gesehen. Anders als in alten Zeiten können Frauen Mitglider werden, bei Neugründungen wie 2004 durch die Greifswalder für Anklam, sind mindestens drei zwingend vorgeschrieben. Wie in Greifswals zu erwarten, liegt der Schwerpunkt auf der Universität. Aber auch Bäckermeister, Wohnungswirtschaftler, Bänker, Rechtsanwalt usw. sind mit von der Partie. 1991 bildeten Kaufleute und Handwerker die Mehrheit. „Wir verstehen uns als Service-Club mit hohem sozialen Engagement“, erklärt Carl Draeger. Darum engagieren sich die Rotarier für einen Schüler- und Berufsgruppenaustausch über die Grenzen von Kontinenten hinweg. Greifswald ermöglicht einen Schüleraustausch, pflegt Kontakt mit einem Partnerclub in Lund. 2005 wird es im Oktober voraussichtlich ein großes deutsch-polnisches Rotariertreffen mit 250 bis 300 Teilnehmern geben.
„Soziale Projekte sind sehr wichtig“, betont Professor Onnasch. Darum engagiert sich der Club für die Greifswalder Tafel, die Wärmestube und ermöglicht gehbehinderten Senioren der Odebrechtstiftung Ausflüge, nennt Carl Draeger Beispiele. Zum 100. Rotary-Geburtstag 2005 finanzieren die Greifswalder die Reparatur einer Glocke aus dem Franziskanerkloster. Im Februar soll sie offiziell eingeläutet werden. „Rotary ist Partner der UNO“, berichtet Martin Onnasch. Regelmäßig wird für eine Stiftung gegen das erneute Auftreten von Kinderlähmung gespendet. Für Deutschland gibt es 2005 ein neues Projekt – die Typisierung von Blutspendern, um schneller Spender für Stammzellentransplantationen zu finden.

erschienen auch in der Ostseezeitung vom 06. Januar 2005, ECKHARD OBERRDÖRFER unter dem Titel:
Soziales Engagement ist Pflicht


eingereicht von : Admin am 13.02.2005, 14:18 Uhr


 
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