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Königsstraße ohne König

Swinemünde - Kürzlich haben zwei Gruppen einen Besuch in unserer Nachbarstadt gemacht und für viele überraschend positive Eindrücke mitgenommen. Die Vorsitzende des Bansiner Inselklubs Henriette Proll und ihre Mitstreiter wollten die Stadt kurz vor der Aufnahme der neuen EU-Mitglieder intensiv kennenlernen. Mit Dr. Jozef Plucinski konnte man keinen besseren Begleiter haben. Er führte die 19 Klubmitglieder von der Stelle am Hafen ausgehend, an der vor gut zweieinhalb Jahrhunderten Swinemünde entstanden ist.
Sein Wissen über deutsche und polnische Geschichte beeindruckte wieder sehr. Wer weiß schon, dass die heutige ul. Boleslawa Chrobrego, die frühere Königsstraße nicht nach den Preußenkönigen, sondern nach einem streitbaren Müller namens König benannt war. Oder, dass das heutige Restaurant „Natascha“ in sozialistischer Zeit allein Polizeiangehörigen vorbehalten war.Vom dortigen Mittag gestärkt machte man sich auf den Weg zum Fort „Engelsburg“ am Westufer der Swine. Die Anlage aus der Mitte des 19. Jahrhundert, aus deren Kanonen kein ernsthafter Schuss abgegeben wurde, wird derzeit vom Pächter-Ehepaar Ksmider zu einem kleinen Museum umgebaut, das die verschiedenen Nutzungen und Nutzer eines Baus dokumentieren wird, dessen äußere Form an das berühmte gleichnamige Baudenkmal in Rom erinnert. Eine ganz andere Nutzung erfuhr ein Nebengebäude des nördlich der Engelsburg gelegenen „Westwerks" der Festungen. Hier hat der stadtbekannte Ikonenmaler Tadeusz Zielinski Wohnung und Atelier. Sie begrüßten den Inselklub mit Kaffee und Kuchen. Ihr Lagerfeuer war würdiger Abschluss eines erlebnisreichen Ausflugs.Am gleichen Tag kamen 30 Rotarier aus dem Münsterland und dem Ruhrgebiet per Adler-Schiff in die Stadt. Einige von ihnen kommen aus der Nähe der deutsch-niederländischen Grenze und das Interesse galt eher der europäischen Zukunft Swinemündes als der Vergangenheit. Präsident Hans Spranger und Wolfgang Abraham vom Rotary-Club Usedom begleiteten ihre Freunde zum Treff mit Rotary-Präsident Kazimierz Sawczuk und Marian Dolata vom polnischen Partnerclub. Sie führten ihre Freunde in ein Vorzeigeobjekt des Kurviertels: das Kurzentrum der „Uzdrowisko Swinouscie“ AG im Haus „Rusalka“. Die Führung von Geschäftsführerin Krystyna Filinska wird sich gelohnt haben. Die Besucher aus dem Westen der Bundesrepublik waren beeindruckt von Standard, Angeboten und Behandlungspreisen. So mancher dachte laut darüber nach, hier einmal kuren zu wollen. Dieser Gedanke verstärkte sich, als man später das frisch renovierte Kurhotel „Swarozyc“ besuchte. Hier gab es auch für diese Gruppe Kaffee und Gebäck. Um noch mehr zu sehen, ging es zu Fuß zurück zum Grenzübergang. Bei Inselklub und Rotariern hat der Besuch Interesse und Verständnis für die Zukunft geweckt.

erschienen auch in der Ostseezeitung vom 27. April 2004 KAWA unter dem Titel:
Königsstraße ohne König
Inselklub und Rotarier erwandern Swinemünde


eingereicht von : Admin am 12.02.2005, 12:08 Uhr


 
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