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Irak-Krieg

Keine Bilder von gefangenen Soldaten in US-TV

US-Fernsehsender haben sich mit der Ausstrahlung der ersten Aufnahmen von getöteten und gefangenen US-Soldaten weitgehend zurückgehalten. Wie das ARD-Studio in Washington bestätigte, haben alle Fernsehanstalten es abgelehnt, die Bilder zu zeigen. Einzig CBS zeigte bei einem Interview mit US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld kurze Ausschnitte mit einigen der amerikanischen Kriegsgefangenen.

Rumsfeld bezeichnete dies sogleich als "Verstoß gegen die Genfer Konvention". CNN ließ ihren Moderator Wolf Blitzer kurz darauf bekannt geben, der Sender wolle aus den Aufnahmen getöteter US-Soldaten bei Nasirijah lediglich ein Standbild zeigen, das eine Identifikation der Gefallenen nicht zulasse.

"Wir wollen unseren Zuschauern mitteilen, dass diese Bilder und die Interviews extrem irritierend sind", sagte Blitzer. "CNN hat deshalb entschieden, das Video mit den Getöteten nicht zu zeigen und stattdessen dieses Einzelbild mit nicht erkennbaren Merkmalen zu verwenden."

Fox verzichtete ebenso auf die Ausstrahlung wie MSNBC. "Es ist ein schreckliches Band", ließ ein MSNBC-Moderator die Zuschauer wissen. "Wir werden das hier nicht bringen." Zuvor hatten mehrere amerikanische Fernsehsender Bilder von irakischen Soldaten ausgestrahlt.
Identifikation vor der Kamera

Der arabische Fernsehsender Al Dschasira hatte die ersten Aufnahmen mutmaßlicher gefangen genommener US-Soldaten gezeigt. Die in US-Heeres-Uniformen gekleideten Gefangenen wurden vor laufender Kamera nach ihrer militärischen Identifikationsnummer, ihrem Namen und ihrer Herkunft gefragt. Drei von ihnen stammen demnach aus Texas, einer aus New Jersey und ein weiterer aus Kansas. Zwei der Gezeigten wiesen Verletzungen auf. Zwei der Soldaten erklärten, sie gehörten einer Wartungseinheit an.

Die ausgestrahlten TV-Aufnahmen zeigten auch vier Tote, die ebenfalls US-Uniformen trugen. Irakischen Angaben zufolge sollen sie in der Region Nasirijah getötet worden sein sollen. Die Leichen hatten Kopf- oder Bauchschüsse. Einem Toten fehlte die Hand. Manche Gesichter wiesen Brandspuren auf. Die Getöteten lagen auf einer Straße aufgereiht.
Genfer Konvention soll Gefangene schützen

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) bezeichnet die Ausstrahlung der Gefangenen-Aufnahmen als Verstoß gegen Artikel 13 der Genfer Konvention von 1949. Die Organisation betonte, am Wichtigsten sei die Sicherheit der Gefangenen.

In Artikel 13 der Konventionen heißt es: "Kriegsgefangene müssen zu jederzeit human behandelt werden. Jede unrechtmäßige Handlung oder Unterlassung (...) die zum Tod führt oder die Gesundheit eines Kriegsgefangenen während der Haft schwer gefährdet, ist untersagt und wird als schwer wiegende Verletzung der Konvention gewertet." Weiter verbieten die Konventionen die Einschüchterung oder Zurschaustellung der Gefangenen.
Rotes Kreuz hat keine Gefangenen-Meldungen

Florian Westphal vom IKRK sagte, seine Organisation, die sich für die Rechte von Kriegsgefangenen einsetzt, werde Kontakt zum Irak aufnehmen und versuchen, mit den Gefangenen zu sprechen. Entgegen den Bestimmungen des fünften Abschnitts des Abkommens über die Behandlung von Kriegsgefangenen, Teil der so genannten Genfer Konventionen, haben weder die Iraker noch die USA oder Briten das IKRK über irgendwelche Kriegsgefangenen informiert.
Rumsfeld räumt mögliche Gefangennahmen ein

Der US-Verteidigungsminister hatte kurz zuvor gesagt, dass Soldaten vermisst würden. Sie könnten vom Irak als Kriegsgefangene genommen worden sein. Der Chef des US-Generalstabs, General Richard Myers, ergänzte im US-Fernsehen, die Alliierten suchten im Süden des Iraks nach bis zu zehn US-Soldaten, die vermisst würden.


eingereicht von : Admin am 24.03.2003, 11:13 Uhr


 
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