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Modellregion für nachhaltigen Verkehr und Tourismus

Verkehrs-Staatssekretär Braune mit Zwischenergebnissen zufrieden

Swinemünde. Seit dem Startschuss im Dezember 2003 wurde vom deutsch-polnischen Projektkonsortium unter Leitung der PTV AG (Planung, Transport und Verkehr) schon Enormes geleistet. Dass die Kommunikation zwischen Swinemünde, der Insel Wollin und dem deutschen Teil der Insel Usedom funktioniert, war nicht nur ein Wunsch von Tilo Braune, sondern ist im Laufe des Prozesses schon ein Stück Wirklichkeit geworden.

Dass sich die anfangs noch sehr gegensätzlichen Vorstellungen in Fragen der Grenzöffnung angenähert haben, ist sicherlich auch ein Erfolg der gemeinsamen Gespräche und Arbeitssitzungen.

Tilo Braune, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, betonte: „Mit diesem Projekt soll am Beispiel der Region Usedom-Wollin exemplarisch eine integrierte Lösung für ein Gleichgewicht zwischen guter verkehrlicher Erreichbarkeit und touristischer Attraktivität gefunden werden.“ Braune sprach auch von der Entwicklung eines gemeinsamen Verkehrsleitbildes, das als „Roter Faden“ für weitere Einzelentscheidungen genutzt werden könne.

Dem schob Projektleiter Dr. Uwe Reiter von der PTV AG nach, dass Usedom-Wollin zu einer Europäischen Modellregion für nachhaltige Mobilität und Tourismus werden solle, die gut erreichbar, verkehrsarm aber dennoch sehr mobil ist.

Neben Dr. Reiter stellten die Leiter der zehn Arbeitsgruppen erste Arbeitsergebnisse vor. Herauszuheben ist das Resultat einer Straßenverkehrszählung aus dem Jahr 2000 auf der B 110 bei Usedom und auf der B 111 bei Bannemin. Während auf der B 111 die Verkehrsspitzen an den Wochentagen zu registrieren sind und sonntags das geringste Verkehrsaufkommen, liegt die stärkste Belastung auf der B 110 an Samstagen.

Für Dr. Reiter ein eindeutiger Beleg dafür, dass die Südzufahrt über die Zecheriner Brücke weit mehr vom Urlauberverkehr genutzt wird als die Wolgaster Brücke. Dort dominiert auch das heimische OVP-Kennzeichen selbst an Wochenenden mit einem Anteil von fast 50 Prozent, während an den gleichen Tagen in Zecherin die OVP-Autos auf einen Anteil von rund 16 Prozent kommen.

Dass ein Großteil der Verkehrsprobleme hausgemacht seien, stellte Prof. Heiner Monheim von der Universität Trier fest, der für den Projektbereich Verkehrsberuhigung und nicht motorisierter Verkehr verantwortlich zeichnet. Denn während die Feriengäste den Umweltverbund (Fußgänger, Fahrrad, Busse und Bahnen) längst bevorzugen würden, bleibe bei den Einheimischen das Auto das Verkehrsmittel der Wahl.

Dr. Reiter bestätigte in seinem Arbeitsgruppenbericht den Zeitplan, den bereits Andrzej Szczodry seitens der Swinemünder Stadtverwaltung für die geplanten Grenzöffnungen für den motorisierten Verkehr an den Übergängen Ahlbeck und Garz nannte. So sollen bereits zum Jahreswechsel Linienbusse von Ahlbeck nach Swinemünde fahren können.

Gleichzeitig sei eine Grenzöffnung in Garz für Radfahrer und Fußgänger denkbar. Dissens gibt es allenfalls noch bei den Pkw. Während sich Swinemünde einen kleinen Grenzverkehr in Ahlbeck bis zur Öffnung des Grenzüberganges Garz vorstellen kann, sieht die deutsche Seite dafür keinen Spielraum.


eingereicht von : Dietmar Pühler am 01.10.2004, 14:09 Uhr


 
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