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Wasserschloß Mellenthin

kirche 1336 kaufte sich die Familie Neuenkirchen die Besitzungen um das heutige Mellenthin, neben einer ersten Burg entstand dort 1575 das Schloss Mellenthin. Der Renaissancebau gilt als einer der historisch wertvollsten Profanbauten auf der Insel Usedom. Umzogen von einem Wassergraben ist dieser Bau einer der schönsten und ältesten Herrenhäuser. Die einfach Lehm- und Backsteinfassade mag aber enttäuschen. Auf einer künstlichen Insel ist das zweigeschossige Schloss über eine Brücke zu erreichen. Zwei Seitenflügel schließen den Hof ein und verschönern die Ansicht des Hauptbaues. Durch den häufigen Besitzerwechsel wurde des öfteren umgebaut, so entstand 1613 im großen Saal im Obergeschoss ein prunkvoller Kamin, zwei Männerplastiken, welche den Kamin stützen, sind sehr wertvoll. 1904 veränderten eine offene Vorhalle und mehrere zusätzliche Zwischenwände das Innere des Erdgeschosses. Nach 1945 wurde auch hier die Schlossinneneinrichtung geplündert, zu DDR-Zeiten wurden Wohnungen und Verwaltungen geschaffen, Substanzerhaltungsmaßnahmen konnten den schlimmsten Verfall verhindern. Heute befindet sich in dem Schloss ein Restaurant und eine Ausstellung zur Geschichte der Bevölkerung und zur Geschichte des Ortes Mellenthin.

kirche Die Kirche Mellenthin wurde im 14./15. Jh. erbaut. Der Turm kam sehr viel später hinzu. Die Kirche steht auf dem ehemaligen Friedhof in der Ortsmitte und ist durch eine Allee aus Buchen und Eichen mit dem alten Wasserschloß verbunden. Im Innenraum befindet sich reichhaltige Ausstattung. Ins besondere erwähnenswert sind die mittelalterlichen Deckenmalereien im Chorraum, die großen Tafelbilder auf der Nordwand, die von Kreuzigung und Jüngstem Gericht erzählen, die Bänke mit ihren Blütenmalereien und die Orgelempore mit ihren allegorischen Darstellungen. "Durch Kriegen zum Siegen" heißt es auf der letzten Tafel, Worte, die hoffentlich nie wieder gesagt werden. Die ehemalige Küsterin Hartwig (gest. 1984) hat die vielen Namen derer, die aus Balm und Mellenthin durch Krieg und NKWD (Volkskommisariats für innere Angelegenheiten) ums Leben gekommen sind, in ein Buch geschrieben, das in der Kirche einzusehen ist.


eingereicht von : Admin am 28.08.2004, 18:00 Uhr


 
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