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Neun Ehrenbürger auf einen Streich

Stobener feiern 750-Jahr-Jubiläum in „familiärer“ Runde


Rund sechzig Einwohner zählt Stoben am Westufer des Schmollensees heute. Dass es mal fast zweihundert waren, daran erinnern sich nur noch die Älteren. In alle Winde verweht, wurden nach akribischer Recherche über achtzig ehemalige Stobener zum Jubiläumsfest eingeladen.
Viele kamen nach Jahrzehnten erstmals wieder in ihr Heimatdorf. Andere, die auf Usedom geblieben sind, haben hingegen ihre Kontakte nie abreißen lassen. So feierten am Sonnabend alle zusammen ihr Dorffest. Es war seit „Menschen Gedenken“ das erste seiner Art und hatte fast den Charakter eines „Goldenen Klassentreffens“.

Aber weit gefehlt, zu denken, Stoben sei ein Dorf der Alten. Mit zehn Kindern vom Krippen- bis zum Schulalter liegt deren Bevölkerungsanteil sogar über dem Landesdurchschnitt. Maja Grellmann, die seit acht Jahren in Stoben lebt, tut mit ihrer dreijährigen Tochter etwas für diese Statistik, aber auch für das Gemeinwesen. Denn die junge Mutter gehört zu dem guten Dutzend Helfern im Festkomitee.

Ein Höhepunkt des Dorffestes war die Ernennung von neun „Ehrenbürgern“. Auch Dörfler auf Zeit, wie die Berliner Eheleute Angelika und Detlef Neitzel, die als Urlauber Stoben schon seit zwanzig Jahren die Treue halten, gehörten zu den Ausgezeichneten.

Stoben die Treue hielt bis zu seinem Tod auch der Schauspieler Rolf Ludwig, der viele Sommer in seinem Stobener Häuschen verbrachte. Wilhelm und Horst Fink erinnern sich noch gut an den beliebten Film- und Theaterakteur, der sehr bescheiden lebte und am Schmollensee seinen 60. Geburtstag mit den Stobenern feierte.

Quasi dessen Rolle hatte beim Dorfjubiläum Jutta Wachowiak übernommen. Das Ensemblemitglied des Deutschen Theaters Berlin weilte mit dem ehemaligen Benzer Pastor Martin Bartels im Festzelt. Aber auch Bob-Olympiasieger Wolfgang Hoppe und dessen Bruder Heinz, Motorrad-Rekordmeister der DDR, gaben sich die Ehre. Sie sind langjährige Freunde des gebürtigen Stobeners und frischgebackenen „Ehrenbürgers“ Walter Kruse.

Das Dorffest klang mit Tanz und dem Auftritt der Benzer Combo OhrenPein aus. Andi Meenke, einer der drei musikalischen Brüder, hat sich so manches Pommernlied beim Angeln in Stoben ausgedacht. So schloss sich der Kreis am Ufer des Schmollensees. Der „Insel Cha-Cha“ ist sozusagen zu seinen Wurzeln zurückgekehrt.


eingereicht von : Admin am 03.08.2004, 11:23 Uhr


 
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